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Aus der Stadt Konflikte schwächen Arbeitsfähigkeit des Geozentrums
Hannover Aus der Stadt Konflikte schwächen Arbeitsfähigkeit des Geozentrums
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12:00 26.02.2013
Von Bernd Haase
Im Geozentrum Hannover rumort es. Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Das geht aus einem Brief hervor, den die Personalräte aller drei Einrichtungen an die Wirtschaftsministerien von Bund und Land geschrieben haben. „Anlass unserer Sorge ist, dass seit einiger Zeit die Zusammenarbeit zwischen den Leitungen der Häuser einerseits und der Verwaltungsleitung andererseits erheblich gestört sind“, heißt es in dem Schreiben, dass der HAZ in Auszügen vorliegt.

Zu den in Groß-Buchholz ansässigen Einrichtungen zählt die dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellte Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) unter Präsident Prof. Hans-Joachim Kümpel. Sie berät sowohl die Bundesregierung als auch die Wirtschaft in geowissenschaftlichen und rohstoffwirtschaftlichen Fragen - zum Beispiel Rohstoffsicherung, Kohlendioxidspeicherung oder Endlagerung radioaktiver Abfälle. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mit dem Präsidenten Ralf Pospich ist Bergbehörde für fast alle norddeutschen Bundesländer und zuständig unter anderem für Genehmigungsverfahren. Dritter im Bunde ist das Leibniz-Institut für angewandte Geophysik mit Prof. Ugur Yaramanci an der Spitze, eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Alle drei haben eine gemeinsame Verwaltungsleitung, in der unter anderem das Haushaltsreferat angesiedelt ist. Insgesamt arbeiten am Stilleweg in Groß-Buchholz knapp 1100 Mitarbeiter, der gesamte Jahresetat liegt bei 100 Millionen Euro.

Geozentrum derzeit stark gefordert

„Um den organisatorischen und logistischen Schulterschluss auch nach außen deutlich zu machen, wurde die Bezeichnung Geozentrum Hannover gewählt“, heißt es in einem kurzen Selbstporträt der Einrichtung. Um diesen Schulterschluss scheint es im Augenblick nicht zum Besten bestellt - ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, bei dem das Geozentrum etwa in den Konflikten um Fracking oder die Suche nach einem atomaren Endlager stark gefordert ist. Das Schreiben der Personalräte ist als eine Art Hilferuf zu werten: „Eine Konfliktlösung seitens der Führungspersönlichkeiten scheint nach neuerlichen Eskalationen nicht mehr möglich zu sein. Wir bitten Sie daher, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die volle Handlungsfähigkeit der Führung unserer Häuser wiederherzustellen.“

Wo die Konfliktlinien liegen und worum es bei den Streitereien geht, bleibt nebulös. Gerüchteweise ist zu hören, dass das Verhältnis zwischen Bundes- und Landesbediensteten manchmal schwierig ist. Die Betroffenen selbst wollen öffentlich nicht Stellung beziehen. Das gilt sowohl für die Personalräte als auch für die Führungsebenen - „zu rein internen Angelegenheiten äußern sich die Amtsleitungen von BGR, LBEG und LIAG grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit“, teilte die Pressestelle mit. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, das Schreiben der Personalräte an Staatssekretär Stefan Kapferer erst gestern erhalten zu haben. Eine inhaltliche Bewertung sei noch nicht möglich.

Geozentrum dürfe nicht durch interne Probleme behindert werden

Beim niedersächsischen Wirtschaftsministerium liegt der Brief ebenfalls vor. „Wir werden die Beteiligten anhören und dann entscheiden, wie wir weiter verfahren“, teilt ein Sprecher mit. Eine derart wichtige Einrichtung wie das Geozentrum dürfe nicht durch interne Probleme in seiner Arbeit behindert werden.

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