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Tausende Zeugen Jehovas treffen sich in Tui-Arena

Kongress in Hannover Tausende Zeugen Jehovas treffen sich in Tui-Arena

Die größte Halle der Stadt reicht gerade einmal so: Beim Kongress der Zeugen Jehovas in der Tui-Arena wird es eng. Drei Tage werden Tausende Mitglieder der Religionsgemeinschaft an der Expo-Platz Rednern lauschen, Gebete sprechen und öffentlich taufen.

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Volle Ränge: Rund 8400 Zeugen Jehovas sind zum Regionalkongress gekommen, um sich für das Missionieren einschwören zu lassen.

Quelle: von Ditfurth

Hannover. Freitagmittag, eigentlich gewohnt tote Hose auf der Expo-Plaza, deren Anrainerschaft sich schon mehrheitlich ins Wochenende verabschiedet hat. Doch dann strömen plötzlich Menschenmassen aus der Tui-Arena. Männer, Frauen, Kinder jeden Alters. Es ist Mittagspause bei einer Großveranstaltung der Zeugen Jehovas, die sie Regionalkongress nennen und für den die größte Halle der Stadt gerade groß genug ist.

Die Zeugen Jehovas haben sich zu einem Kongress in der TUI-Arena getroffen.

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Drei Tage wird die Religionsgemeinschaft hier beisammen sein, Rednern lauschen, singen, Gebete sprechen, manche werden sich am Sonnabend öffentlich taufen lassen, alle werden sich auf den Alltag im Dienste Jehovas einschwören. Letzteres spiegelt sich auch thematisch wider, es geht um Loyalität als Oberthema. Einen Vormittag haben die rund 8400 Menschen schon hinter sich. Unter anderem haben sie den Vortrag „Jehovas loyale Liebe ist besser als das Leben“ gehört. Hannover, sagt Kongresssprecher Ruben Gräf, sei einer der besten Standorte in Deutschland, auch der perfekten Infrastruktur wegen, früher im Niedersachsenstadion, heute an der Expo-Plaza. „Wir sind mit der Tui-Arena schon sehr glücklich.“ Jeder könne kommen, „kein Eintritt, keine Kollekte“.

Der Innenraum der Halle sieht nach der Pause aus wie bei einem Elton-John-Konzert. Das Parkett ist in Blöcke eingeteilt, die Ränge sind bis unters Dach gefüllt. Nur die Bühne und die dahinter hängende Leinwand fallen etwas schmuckloser aus als bei einem Popkonzert. Kästen mit roten und gelben Blumen stehen am Bühnenrand, sonst gibt es dort nur ein nüchternes Rednerpult. Während die Leute sich wieder setzen, läuft ein Video mit pathetischer Musik und lauter glücklichen Menschen. Die Stimmung ist freundlich. Nur einige Ordner laufen mit strengem Blick durch die Gänge.

Dann geht’s wieder um Loyalität, gegenüber Eltern oder bei Anfeindungen. Es ist Glaubenssicherung. Schließlich sollen viele demnächst wieder in Fußgängerzonen stehen, den „Wachturm“ hochhalten oder an Türen missionieren. Kritiker werfen der oft als Sekte bezeichneten Religionsgemeinschaft vor, es mit eben dieser Loyalität zu weit zu treiben. Mitglieder, die austreten, würden öffentlich gegeißelt, sogar als „geistig krank“ bezeichnet. Die Struktur der Zeugen Jehovas sei autokratisch und totalitär, die Haltung gegenüber ihrer oft als satanisch angesehenen Umwelt ablehnend.

In der Tui-Arena jedenfalls werden gemeinsam Verse gelesen. Zwischendurch werden immer wieder Spielfilmszenen gezeigt, professionell gedreht, weniger professionell synchronisiert. Es geht darin um Sergej, der ständig auf Loyalitätsproben gestellt wird und für seinen Glauben sogar jahrelang ins Gefängnis geht. Dass die Story in Russland spielt, wo die Organisation es schwerer hat als in Deutschland, ist kein Zufall.

Die Aufmerksamkeit im Riesensaal ist hoch. Wer mal muss, verpasst auch nichts. Auch auf den Toiletten sind die Reden und Dialoge aus Boxen zu hören. Jehova ist wirklich überall.

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