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Sie soll Hannovers neue Sozialdezernentin werden

Nachfolge von Thomas Walter Sie soll Hannovers neue Sozialdezernentin werden

Die Erste Gemeinderätin der Wedemark, Konstanze Beckedorf, soll Dezernentin für Soziales und Sport in Hannover werden. Das hat Oberbürgermeister Stefan Schostok bekannt gegeben. Letztlich muss der Rat über die Personalie entscheiden. Beckedorf soll die Nachfolge von Thomas Walter antreten, der aus Altersgründen aus dem Amt scheidet.

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Ihr eilt ein guter Ruf voraus: Konstanze Beckedorf. CDU-Politiker aus der Wedemark beklagen aber einen "mangelnden Informationsfluss".

Quelle: Rose/Archiv

Hannover. Der Schritt könnte für Konstanze Beckedorf kaum größer sein. Die 55-jährige Sozialdezernentin aus der Wedemark soll nach Hannover wechseln und das Verwaltungsressort für Soziales und Sport leiten. So hat es Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) vorgesehen. Ihr neues Dezernat wird mehrere Hundert Mitarbeiter umfassen und damit deutlich größer ausfallen als die gesamte Gemeindeverwaltung der Wedemark. Beckedorf übernimmt ihr Amt in schwierigen Zeiten. Hannover wird 2016 voraussichtlich mehr Flüchtlinge aufnehmen, als im vergangenen Jahr, zudem muss die Wedemärkerin ein neu zusammengestelltes Dezernat leiten. Die Sportverwaltung wird dem Sozialressort einverleibt, das Jugendamt gehört künftig zum Bildungsdezernat. Aber wenn es jemanden gebe, der eine solche Aufgabe meistert, dann sei es Konstanze Beckedorf, ist aus der Kommunalpolitik in Hannover und in der Wedemark zu hören.

Ihr eilt ein guter Ruf voraus

"Ich lasse sie nur ungern ziehen, denn Beckedorf ist eine tragende Säule für unsere Arbeit", sagt Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski (SPD) im Gespräch mit der HAZ. Zehn Jahre habe er mit der Sozialdezernentin zusammengearbeitet, immer vertrauensvoll. "Sie hinterlässt große Spuren", sagt der Bürgermeister und nennt die Gründung der Integrierten Gesamtschule. Auch habe sich Beckedorf für den Bau von Kitas und Krippen engagiert, sodass die Wedemark unter Hannovers Umlandgemeinden längst nicht mehr Schlusslicht in Sachen Kinderbetreuung ist. Um die Unterbringung von Flüchtlingen habe sie sich verdient gemacht. "Bisher ist es uns gelungen, Flüchtlinge dezentral in Wohnungen einzuquartieren. Erst jetzt müssen wir Sammelunterkünfte organisieren", sagt Zychlinski.

Im Wedemärker Gemeinderat wird der Pragmatismus Beckedorfs geschätzt. "Sie agiert souverän und vernünftig", sagt  SPD-Politiker Jürgen Benk, der die Sozialdezernentin seit vielen Jahren kennt. Beckedorf sei den Menschen zugewandt; das zeige sich bei Zusammenkünften mit der Feuerwehr, für die sie als Dezernentin ebenfalls zuständig gewesen sei.  "Für uns ist ihr Weggang bitter", sagt Benk. Sein Kollege von der CDU, Rudi Ringe, schätzt zwar auch die Arbeit der Dezernentin. "Aber ich breche jetzt nicht in Tränen aus", sagt er. Ringe bemängelt den Informationsfluss zwischen Beckedorfs Dezernat und der CDU-Fraktion. Zudem haben es die Christdemokraten der Sozialdezernentin nicht verziehen, dass sie 2013 aus der CDU ausgetreten ist. "Wir haben ihr für eine zweite Amtsperiode auch nicht unsere Stimmen gegeben", sagt Ringe.

"Hannover ist meine Heimatstadt"

Im Mai 2006 ist Beckedorf, die zuvor in der Lüneburger Stadtverwaltung gearbeitet hat, zur Sozialdezernentin der Wedemark gewählt worden, damals noch mit den Stimmen der schwarz-gelben Ratsmehrheit. Beckedorf gehörte keiner Partei an, später ist sie in die CDU eingetreten. Kurz vor ihrer Wiederwahl 2014 hat Beckedorf dann ihr Parteibuch zurückgegeben. Die neue, rot-grüne Ratsmehheit hat ihr die nötigen Stimmen für eine zweite Amtsperiode gegeben. Die CDU warf Beckedorf damals vor, aus taktischen Gründen die Partei verlassen zu haben.

Über die Gründe für ihren Parteiaustritt will Beckedorf nicht sprechen. "Das spielt jetzt keine Rolle", sagt sie im Gespräch mit der HAZ. Sie freue sich riesig über die Nominierung als Hannvors neue Sozialdezernentin. Beckedorf wurde aus insgesamt 69 Bewerbungen ausgewählt. In den kommenden Wochen wird sie sich den Fraktionen im hannoverschen Rat vorstellen. "Hannover ist meine Heimatstadt", sagt sie. Falls sie den Posten bekommt, will sie ihren Wohnsitz von der Wedemark nach Hannover verlagern. Im Umgang mit Medien gilt Beckedorf als zurückhaltend, bisweilen sogar als reserviert.

Zupackend und pragmatisch

Beckedorf ist in Hannover geboren und aufgewachsen. Zum Studium der Rechtswissenschaften ging sie zunächst nach Passau, später vollendete sie ihre Ausbildung zur Juristin in Hannover. Beckedorf hat zwei Kinder und ist zum zweiten Mal verheiratet. Zur Wahl im hannoverschen Rat stellt sie sich am 25. Februar. Wenn eine Mehrheit für sie votiert, und danach sieht es aus, tritt sie ihr Amt im Rathaus am 1. März an.

SPD und Grüne im Rat Hannovers freuen sich bereits auf die Verwaltungsexpertin aus der Wedemark. "Entscheidend ist nicht, wie groß die Kommune ist, aus der eine Bewerberin kommt, sondern welche Kompetenzen sie  mitbringt", sagt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning. Beckedorf blicke auf eine zehnjährige Führungserfahrung in der Verwaltung zurück, zudem kenne sie Hannover.  "Ich freue mich, dass wir eine weitere Frau als Dezernentin bekommen, die als sehr zupackend beschrieben wird", sagt Grünen-Fraktinschefin Freya Markowis. Ihr Kollege von der CDU, Jens Seidel, ist zurückhaltend. "Ich erwarte im Gespräch mit ihr ein deutliches Signal, wie sie das neue Dezernat mit Leben füllen will", sagt er. Seidel glaubt, dass der Schritt vom Dorf in die Großstadt nicht ganz einfach werde. Die Linken wollen zunächst abwarten. "Ich hoffe, Beckedorf ist sich bewusst, dass sie nur ein Rumpfdezernat übernimmt", sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

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