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Aus der Stadt Verschärfte Kontrollen gegen Handy-Nutzung am Steuer
Hannover Aus der Stadt Verschärfte Kontrollen gegen Handy-Nutzung am Steuer
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21:10 23.02.2018
Polizisten halten Smartphone-Nutzer am Steuer an. Quelle: Christan Elsner
Hannover

 Bei umfangriechen Kontrollen am Montag und Dienstag hat die Polizei in verschiedenen Stadtteilen insgesamt 73 Autofahrer erwischt, die ihr Handy während der Fahrt benutzt haben. Mit der Maßnahme wollten die Beamten gegen Ablenkungsfaktoren am Steuer und somit gegen eine häufige Unfallursache vorgehen. Denn die Gefahr ist hoch: Wer bei Tempo 100 nur zwei Sekunden lang auf sein Smartphone blickt, legt fast 60 Meter im Blindflug zurück.  

Mark Vollrath, Ingenieur- und Verkehrspsychologe von der TU Braunschweigforscht seit Januar in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium, der Polizeidirektion Hannover und anderen an der Unfallursache Handy und fordert: „Man sollte vor allem selbst die Handynutzung möglichst weit einschränken - aus Selbstschutz. Sanktionen sollten das unterstützen, wichtig wären aber vor allem mehr Kontrollen.“ In der Studie der TU soll mehr über die Unfallursache Handy herausgefunden werden. Das Problem bei dieser Untersuchung: Die Polizei darf dem Gesetz nach nur bei schweren Verkehrsunfällen das Mobiltelefon des mutmaßlichen Unfallverursachers sicherstellen und die Daten auslesen, um festzustellen, ob er das Gerät unmittelbar vor dem Unfall noch genutzt hat. 

Regelmäßige Kontrollen geplant

In Döhren, der Südstadt, Misburg, Groß Buchholz und Laatzen wurden die zweitägigen Kontrollen zwischen 8.30 bis 15.30 Uhr im Rahmen des hannoverschen Polizeiprojekts „Abgelenkt ist neben der Spur“ umgesetzt. „Solche Maßnahmen werden wir in diesem Zusammenhang regelmäßig durchführen“, sagt Behördensprecherin Martina Stern. Mit der Studie aus Braunschweig haben die Kontrollen nichts zu tun.

Vor allem das Schreiben und Lesen von Nachrichten auf dem Handy stellt laut Vollrath von der Universität Braunschweig eine größere Gefahr als Telefonate dar: „Der Blick weg von der Straße ist wesentlich gefährlicher als das reine Telefonieren. Man sieht viel weniger, was draußen passiert, reagiert später und vielleicht auch falsch, weil man die Lage so schnell gar nicht richtig einschätzen kann.“

Tödlicher Unfall nach legalem Telefonat

Welche Folgen die Ablenkung durch Telefonate haben kann, zeigt ein Fall vom 7. Juli 2017 in Langenhagen: Özge C.  war bei Rotlicht über eine Ampelkreuzung gefahren und tötete dabei einen 67-jährigen Radfahrer. Während der Fahrt telefonierte die Frau mit einem Knopf im Ohr –und somit ganz legal. Anfang Februar wurde sie zu einer Bewährungsstrafe von 14 Monaten verurteilt. 

Während der Kontrollen stellten die Polizeibeamten noch andere Verstöße fest: Elf Fahrer waren nicht angeschnallt, drei fuhren über eine rote Ampel und ein Fahrer wendete verbotswidrig. Auch drei Radfahrer fuhren über rote Ampeln und wurden kontrolliert. 

 

Von Manuel Behrens

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