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Rettungsaktion für einen Froschlurch

Kooperation von Sealife und Nabu Rettungsaktion für einen Froschlurch

Die Gelbbauchunke würden die meisten Menschen in freier Natur nicht wahrnehmen. Zum einen, weil sie nur 4,5 Zentimeter lang ist. Zum anderen, weil sie vom Aussterben bedroht ist. Sealife und Naturschutzbund Deutschland versuchen nun in einer Kooperation zu retten, was noch zu retten ist.

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Die Gelbbauchunke zeigt ihr wesentliches Merkmal. Das Bauchmuster ist bei jedem Tier unterschiedlich. Christian Höppner ist seit dreieinhalb Jahren Projektmitarbeiter beim Nabu und kümmert sich um die Aufzucht der Unken.

Quelle: Kutter

Hannover. Wenn sich die kleinen Gelbbauchunken im Sealife-Aquarium in Herrenhausen an den Wänden ihres Beckens aufrichten, kann man nachvollziehen, wie die Erfinder von Tiernamen auf die Bezeichnung für diese Amphibienart gekommen sind. In freier Natur würden den Froschlurch nur wenige erkennen – zum einen, weil der mit höchstens 4,5 Zentimetern Körperlänge nun wirklich kein Riese ist, zum anderen, weil er wie manch andere Art gerade verschwindet. Sealife und Naturschutzbund Deutschland (Nabu) versuchen in einer Kooperation zu retten, was noch zu retten ist.

In Deutschland befindet sich nach Angaben des Nabu ein „bedeutender Teil der Weltpopulation der Gelbbauchunke“. Sie steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten in der Rubrik „stark gefährdet“, für Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sogar unter „vom Aussterben bedroht“. Zu schaffen machen den Tieren das Zuschütten von Tümpeln und Kleingewässern, der Straßenbau, der ihre Lebensräume zerschneidet, sowie die intensive Landwirtschaft.

„Es ist ein nicht ganz leichtes Unterfangen, eine bundesweit stark gefährdete Art in Gebieten wieder heimisch zu machen, in denen sie seit Jahrzehnten als ausgerottet galt“, sagt Projektleiter Ralf Berkhan. Für den Nabu Niedersachsen bestehe die Herausforderung auch darin, dass er zum ersten Mal für ein länderübergreifendes Vorhaben verantwortlich ist. Mittlerweile gibt es 133 Gebiete in acht Regionen und fünf Bundesländern, in denen Gelbbauchunken wieder heimisch werden sollen.

Der Beitrag des Sealife in Herrenhausen besteht darin, die Amphibien im Großaquarium nachzuzüchten und sie die erste Zeit ihres Lebens vor der Auswilderung dort verbringen zu lassen. Es ist nicht das erste Mal, dass das Groß-aquarium und der Naturschutzbund bei einem derartigen Projekt zusammenarbeiten. Eine ähnliche Kooperation besteht bei der Wiederansiedlung der Europäischen Sumpfschildkröte. Vertreter dieser Spezies sind im vergangenen Sommer unter anderem in den Meerbruchwiesen am Steinhuder Meer ausgewildert worden.

Wer sich Gelbbauchunken ansehen will, kann das täglich ab 10 Uhr im Sea-life Hannover tun. Wenn die Tiere nicht gerade ihren Bauch zeigen, fällt ihr Auftritt weniger spektakulär aus. Die Oberseite ist grau-braun und mit Warzen bedeckt.

Letzteres mag dazu beigetragen haben, dass es die Unke mit den Menschen seit Alters her nicht leicht gehabt hat. Der Unkenruf steht sinnbildlich für Pessimismus und Unheilsverkündung. Wer eine Frau eine Unke nennt, bekundet, verharmlosend gesagt, Antipathie.

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