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Kinder und Beruf, das geht

Koordinierungsstelle Frau und Beruf mit neuem Programm Kinder und Beruf, das geht

Auch in Hannover und Umgebung haben es viele Frauen trotz guter Qualifikation schwer, nach Eltern- oder Pflegezeit wieder voll in das Arbeitsleben einzusteigen. Diese „stille Reserve“ möchte Christiane Finner, seit Anfang des Jahres Leiterin der Koordinierungsstelle Frau und Beruf bei der Region, nun anpacken.

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Wichtig ist generell, bei den Frauen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Qualitäten – gerade auch durch die Rolle als Mutter oder Pflegende – sie besitzen, sagt die Expertin.

Quelle: dpa

Hannover. Das neue Programm haben sie und ihr Team unter das Motto „Viele Wege führen ans Ziel“ gestellt. Finner liegt dabei ein Aspekt besonders am Herzen: Die berufliche Wiedereinbindung von Frauen, die sich zuvor um ihre Kinder oder plegebedürftige Angehörige gekümmert haben. Auf den klassischen Wegen, also etwa über die Jobcenter, würden viele einfach nicht mehr profilgerecht angesprochen – obwohl gerade auch die Bewältigung der Probleme daheim Fähigkeiten fördere, die sich im Berufsalltag gewinnbringend einbringen ließen.

„Eine elementare Schwierigkeit“, so Christiane Finner, „ist, dass viele Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen so zurück haben wollen, wie sie vor der beruflichen Auszeit waren.“ Der Punkt, dass ein Kinder- oder Pflegejahr die Betroffenen aber häufig verändere, käme dabei in der Regel zu kurz. Für die Arbeit der Koordinierungsstelle seien dabei zwei Faktoren besonders wichtig: zum einen die Vernetzung mit den Unternehmen, darüber hinaus aber auch die Förderung der Arbeitswilligen.

Was die Unternehmen anbelange, sei insbesondere im mittelständischen Bereich eine positive Entwicklung auszumachen. Hier seien viele Mütter mit hoher beruflicher Qualifikation beschäftigt, freut sich Finner. Der Fokus liege aber natürlich auch auf denjenigen, die nicht unbedingt auf einen Studienabschluss verweisen können. Wichtig sei generell, bei den Frauen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Qualitäten – gerade auch durch die Rolle als Mutter oder Pflegende – sie besitzen und wie sie diese verkaufen können. Eine berufliche Neuausrichtung sei dabei keineswegs ausgeschlossen, teilweise sogar äußerst hilfreich. Sehr ermutigend wirke sich auch der Gedanke aus, nicht allein im Boot zu sitzen, sondern Teil eines Netzwerkes zu sein.

„Was ist mein USP?“, lautet der Titel eines der Seminare, welche von der Koordinierungsstelle Frau und Beruf angeboten werden. Solch ein Unique Selling Point, also Alleinstellungsmerkmal, sagt Christiane Finner, sei das, was Kandidatinnen für bestimmte Arbeitsstellen interessant mache. Weitere Angebote, etwa zur Online-Bewerbung oder auch zu dem richtigen Auftreten in Vorstellungsgesprächen, finden sich im Programm.

von Marius Klingemann

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