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Kostenexplosion bei der D-Linie?

Vertrauliche Analyse Kostenexplosion bei der D-Linie?

Die Kosten für den umstrittenen Ausbau der D-Linie drohen zu explodieren - von ursprünglich kalkulierten 47 Millionen Euro auf 63 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommt das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro Transtec. Für den Anstieg um 34 Prozent sei unter anderem die teure Umgestaltung der Kurt-Schumacher-Straße verantwortlich.

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Quelle: Archiv

Hannover. Aus der vertraulichen Kostenanalyse, die der HAZ vorliegt, geht hervor, dass Transtec auch die Planungskosten für zu niedrig hält. Sie seien ursprünglich auf 17 Prozent der Baukosten taxiert worden, „um den Gesamtkostendeckel von 50 Millionen Euro für alle Bauabschnitte nicht zu gefährden“. Das sei unzureichend, die Planungskosten müssten auf 25 Prozent der Bausumme erhöht werden.

Bei den Grünen im Rat verursacht der Einwand Kopfschütteln. „Wenn Transtec die Ausgaben für Planungen hochsetzt, treiben sie damit ihren eigenen Gewinn in die Höhe“, sagt Grünen-Baupolitiker Michael Dette. Die Kalkulation habe daher ein Geschmäckle. „Die Region sollte sich besser nach einem anderen Planungsbüro umsehen“, meint Dette. Die Bürgerinitiative Pro D-Tunnel dagegen fühlt sich in ihrem Verdacht bestätigt, dass die anfängliche Kostenrechnung geschönt war. „Die politischen Gremien und die Bürger wurden getäuscht“, sagt der Sprecher der Initiative, Jens Pielawa. Er favorisiert noch immer eine Tunnellösung für die D-Linie und fordert angesichts der neuen Kosten ein Umdenken.

Wirbel in der Kommunalpolitik

Auf der D-Linie verkehren die Stadtbahnen 10 und 17 derzeit noch vom Aegi bis nach Ahlem. Künftig soll die Strecke durch die Unterführung neben dem Hauptbahnhof bis zum Raschplatz führen. Die gesamte Linie wird barrierefrei ausgebaut. Das bedeutet, dass an allen Stationen Hochbahnsteige entstehen - auch in der engen, verkehrsträchtigen Kurt-Schumacher-Straße. Die Stadt Hannover will die Bauarbeiten nutzen, um Kurt-Schumacher-Straße und Goethestraße attraktiver zu gestalten.

Die neue Kostenschätzung sorgt für erheblichen Wirbel in Kommunalpolitik und Verwaltungsapparat. Die für den Ausbau zuständige Infrastrukturgesellschaft (Infra) spricht von einer Risikoabschätzung, die noch nichts mit den tatsächlichen Kosten zu tun habe. „Wie teuer es am Ende wirklich wird, lässt sich noch nicht sagen“, meint Infra-Chef Stefan Harcke.

„Transtec geht von einem Extremszenario aus“

Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz (SPD) wiegelt ab. „Transtec geht von einem Extremszenario aus“, sagt Franz im Gespräch mit der HAZ. In die Kalkulation habe das Büro auch Arbeiten Dritter einbezogen, etwa die Leitungsarbeiten von Stadtwerken und Telekom. Eine Absage erteilt er dem Sparvorschlag von Transtec, auf den Aufzug zur U-Bahnstation am Endpunkt Raschplatz zu verzichten. „Wir stellen unsere Standards nicht infrage“, sagt Franz.

Grünen-Politiker Dette liest in der Kostenprognose eine versteckte Polemik gegen die Stadt. An vielen Stellen sei von „Zusatzwünschen der Landeshauptstadt“ und „Mehrkosten wegen hochwertiger Gestaltung“ die Rede. „Das ist einer neutralen Analyse nicht würdig“, meint er. Sein Kollege von der SPD, Jürgen Mineur, hat weniger Probleme mit dem Papier. „Wenn wir die Innenstadt aufwerten wollen, müssen wir eben investieren“, sagt er.

Kostspielige Wünsche der Stadt

Die Stadtbahnen auf den Linien 10 und 17 sollen künftig nicht nur barrierefrei zugänglich sein, auch die Straßen rundherum sollen schöner werden. Und das wird teuer, meinen die Planer vom Ingenieurbüro Transtec. Der „hochwertige Ausbau des Straßenraums Kurt-Schumacher-Straße“ sowie die Umsetzung der Architektenentwürfe für die Hochbahnsteige Raschplatz, Rosenstraße und Steintor führe zu Kostensteigerungen von mehr als 4 Millionen Euro, heißt es in der Analyse. Tatsächlich hatte der Rat auf Wunsch der Grünen beschlossen, die Dächer der Hochbahnsteige durchgängig zu schließen und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, mit großen Aussparungen zu versehen. Transtec schlägt vor, sich von gestalterischem Luxus an den Bahnsteigen zu verabschieden, etwa Handlaufbeleuchtung, Lichtbändern und hochwertigen Sitzgelegenheiten. Das bringt aber nur eine Kostenersparnis von 90 000 Euro. Ins Gewicht fiele der Verzicht auf den Aufzug an der Endhaltestelle Raschplatz: 740 000 Euro. asl

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