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Aus der Stadt Kostenlos ins Konzert mit „KulturLeben“
Hannover Aus der Stadt Kostenlos ins Konzert mit „KulturLeben“
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02:15 27.01.2014
Von Veronika Thomas
Schirmfrau von „KulturLeben“ ist Karen Kamensek, Generalmusikdirektorin der Staatsoper Hannover. Quelle: Michael Klügl
Hannover

Am Donnerstag fiel im Freiwilligenzentrum Hannover (FWZ) der Startschuss für das neue Angebot „KulturLeben“. Es soll finanziell Benachteiligten den kostenfreien Zugang zu Kulturveranstaltungen ermöglichen - durch die Vermittlung nicht verkaufter Restkarten. Als sogenannte Kulturpartner haben sich bereits 15 Institutionen, darunter Hannover Concerts, das GOP, Schauspiel und Staatsoper Hannover, Hannover 96 und die TUI-Arena, bereit erklärt, Restkarten an „KulturLeben“ abzugeben für Plätze, die sonst frei bleiben würden.

„Wir möchten Lebensfreude in den Alltag Bedürftiger bringen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und speziell auch Kinder und Jugendliche vor Ausgrenzung schützen“, beschreibt Johannes Janke, kommissarischer Geschäftsführer des FWZ, das wegweisende Projekt. Schirmfrau von „KulturLeben“ ist Karen Kamensek, Generalmusikdirektorin der Staatsoper Hannover.

Im aktuellen Sozialbericht der Stadt sind 78 000 (15,2 Prozent) Hannoveraner aufgeführt, die Transferleistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts beziehen, darunter Sozialhilfe und Hartz-IV-Leistungen. Sie sind berechtigt, das neue Kulturangebot in Anspruch zu nehmen. Ein Einkommensnachweis ist erforderlich. Hinzu kommen jene, deren Nettoeinkommen maximal 1000 Euro monatlich beträgt (Singles). Bei Zweipersonenhaushalten liegt die Grenze bei 1300 Euro netto.

Das Projekt war bereits 2013 erprobt worden. Seinerzeit hatten sich 142 bedürftige Gäste in der Datenbank des FWZ registrieren lassen, ihnen standen 30 Restkarten zur Verfügung. In diesem Jahr sind bereits knapp 400 Kultur-Gäste registriert, darunter auch Vereine und Verbände wie AWO, Caritas und Naturfreundejugend, für sie wurden für die Zeit bis Ende Februar schon 180 Karten abgegeben.

Organisiert wird „KulturLeben“ von der Projektleiterin Ute Kampmann und sechs Ehrenamtlichen, die die Gäste in einer Datenbank registrieren, Restkarten entgegennehmen und diese telefonisch weitervermitteln. Als Spielregel gilt: Wer eine Karte erhalten hat, rutscht in der Datenbank erst mal ganz nach unten und kommt erst nach allen anderen wieder an die Reihe. „Es ist schon jetzt absehbar, dass wir weitere Ehrenamtliche benötigen“, sagte Kampmann. „Außerdem brauchen wir dringend Partner aus dem Bereich Kinder- und Jugendtheater.“

Registrierte Gäste, die einen Anruf erhalten, dass etwa eine Konzertkarte für sie im Opernhaus bereitliegt, müssen an der Abendkasse keinen Aktiv-Pass oder sonstige Dokumente mehr vorlegen. „Es genügt zu sagen: ‚Ich heiße Frau X, für mich liegt hier eine Karte bereit‘“, erklärt Kampmann das Verfahren.

Interessierte können sich an das Freiwilligenzentrum Hannover, Karmarschstraße 30/32, Telefon (05 11) 30 03 44 70, E-Mail: info@kulturleben-hannover.de, wenden.

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