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Aus der Stadt Kraftwerk Herrenhausen geht vom Netz
Hannover Aus der Stadt Kraftwerk Herrenhausen geht vom Netz
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10:10 30.01.2014
Von Bernd Haase
Das Kraftwerk in Hannover-Herrenhausen. Quelle: Thomas
Hannover

Die Stadtwerke nehmen aus wirtschaftlichen Gründen das Kraftwerk Herrenhausen vom Netz. Es war seit mehr als 100 Jahren in Betrieb; zuletzt allerdings nur noch mit dem sogenannten Block B, der aus Erdgas Strom und Fernwärme erzeugt. Der Energieversorger teilte seine Entscheidung gestern pflichtgemäß der Bundesnetzagentur mit. Voraussichtlich schon Anfang des Jahres 2015 wird in Herrenhausen keine elektrische Energie mehr erzeugt. Bestandteile von Block B wollen die Stadtwerke lediglich noch als Reservekesselanlage für die Fernwärmeversorgung in Hannover vorhalten.

Stadtwerkechef Michael Feist nannte als Grund für die Entscheidung den Ausbau der erneuerbaren Energien und die damit verbundenen stark gesunkenen Preise am Strommarkt. Üblicherweise laufen Steinkohle- und Gaskraftwerke in der Mittagszeit auf Hochtouren, weil dann der Strombedarf hoch ist. Gleichzeitig steht aber auch die Sonne im Zenit; entsprechend hoch ist das Angebot an subventioniertem Strom aus den Solarenergieanlagen.

Feist kritisierte die Rahmenbedingungen der Energiewende. Vor allem für viele der flexiblen und emissionsarmen Gaskraftwerke, zu denen auch Herrenhausen zähle, gebe es bei den aktuellen und absehbaren Preisen an der Strombörse keinerlei Deckung der Betriebskosten. „Stattdessen erhalten leider klimaschädliche Braunkohlekraftwerke den Vorrang, weil sie günstiger produzieren“, sagt Feist. Er forderte Mechanismen, die sowohl den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter fördern als auch einen Markt für gesicherte Leistung schaffen.

Die Stadtwerke betreiben mit dem Gemeinschaftskraftwerk in Stöcken, dem Kohlemeiler in Mehrum und dem mit Millionenaufwand modernisierten Heizkraftwerk Linden drei weitere Kraftwerke. Feist hatte in der Vergangenheit gewarnt, dass Mehrum in die roten Zahlen rutschen könne. Das Lindener Kraftwerk wurde im vergangenen Sommer nicht gebraucht. Es stand still, weil genug Strom aus anderen Quellen in den Netzen unterwegs war.

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