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Aus der Stadt Krankenhausbetrüger zu Haft verurteilt
Hannover Aus der Stadt Krankenhausbetrüger zu Haft verurteilt
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00:25 01.09.2014
Von Michael Zgoll
Ein 35-jähriger Serientäter ist vom Amtsgericht Hannover verurteilt worden. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Am Freitag verurteilte das Amtsgericht Hannover den 35-jährigen Heiko K. wegen gewerbsmäßigen Diebstahls, Betrugs und Computerbetrugs zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten ohne Bewährung.  „Dass Sie kranke Menschen, die sich eh in einer Notlage befinden, derart schädigen, macht mich fassungslos“, sagte Richterin Gesine Irskens.

Doch die Taten im Friederikenstift und Nordstadtkrankenhaus sind nur die Spitze des Eisbergs: Der aus Wismar stammende Betrüger ist schon seit vielen Jahren deutschlandweit mit der Masche als falscher Patient unterwegs. Er selbst gestand gestern „20 bis 30 weitere Fälle“ ein, die Ermittler gehen aber von rund hundert ähnlichen Delikten aus. Gegen drei Verurteilungen von drei anderen Amtsgerichten wegen Betrugs und Diebstahls hat Heiko K. Berufung eingelegt; sollte dies nichts fruchten, erwartet ihn eine Gesamtstrafe, die weit über das gestern verhängte Maß hinausgeht.

Der leicht korpulente Mann mit dem rotblonden Pferdeschwanz war im Mai 2013 in der Notfallaufnahme des Friederikenstifts erschienen und hatte einen Schlaganfall vorgetäuscht. Doch dabei war alles falsch – auch der angegebene Name, Wohnort und die Krankenkasse. Nach zwei Tagen stahl K. einem Bettnachbarn, der gerade das Zimmer verlassen hatte, die Geldbörse inklusive 155 Euro und verschwand. Die Klinik stellte dem Betrüger 2328 Euro für ärztliche Leistungen, Unterkunft und Verpflegung in Rechnung – die sie aber kaum wiedersehen wird. Anschließend mimte Heiko K. in der Notaufnahme der Nordstadtklinik den Schlaganfallpatienten so eindrucksvoll, dass er gleich auf die Intensivstation kam. Zwei Tage später nahm er Portemonnaie und Schlüsselbund eines 75-jährigen Patienten an sich und drang nachts in dessen Wohnung in Engelbostel ein. Dort fand der Betrüger eine PIN für die Girocard des Rentners und räumte am Geldautomaten dessen Konto leer – auf dem sich aber nur 300 Euro befanden.

Wie K. gestern erklärte, habe er das Geld gebraucht, um sich Alkohol zu kaufen. Erstmals mit dem Gesetz in Konflikt geraten war er als 14-Jähriger, es folgten reihenweise Verurteilungen wegen Betrügereien und Diebstählen. „Eigentlich machen Sie nichts anderes, als Straftaten zu begehen und Haftstrafen abzusitzen“, sagte Richterin Irskens. Doch auch in der gestrigen Verhandlung erweckte K. nicht den Eindruck, dass er an seinem von Rücksichtslosigkeit geprägten Lebenswandel irgendetwas ändern will.

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