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Schwestern protestieren mit Luftballons

Krankenhausfinanzierung Schwestern protestieren mit Luftballons

Mehrere Hundert Krankenschwestern und Krankenpfleger haben Mittwoch in Hannover gegen geplante Änderungen bei der Krankenhausfinanzierung protestiert. Sie unterstützen damit rund 10 000 Krankenhausmitarbeiter, die in Berlin am Brandenburger Tor gegen die Pläne der Bundesregierung protestierten.

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Mehr als 150 Luftballons steigen vor dem Clementinenhaus in die Luft.

Quelle: dpa

Hannover. Nach Berechnungen der Kliniken würde die Krankenhausreform allein in Hannover innerhalb von fünf Jahren zur Streichung von mehreren Hundert Stellen im Pflegebereich führen.

In Hannover beteiligten sich unter anderem Mitarbeiter des Kinderkrankenhauses Auf der Bult und des Vinzenzkrankenhauses an der Aktion. Vor der 
DRK-Klinik Clementinenhaus hatten sich beispielsweise mehr als 150 Krankenschwestern und Pfleger versammelt, mehrere Minuten ruhte daher der Routinebetrieb in dem Krankenhaus in der Oststadt. Die Mitarbeiter trugen Schals mit der Aufschrift „Wir helfen gern – wer hilft uns?“. Um fünf vor zwölf ließen die Pflegekräfte mehr als 150 Luftballons mit ihren Forderungen nach mehr Geld für die Pflege in die Luft steigen.

Schwestern wollen mehr Zeit für Patienten

Die Stimmung unter den Kollegen sei in den vergangenen Jahren immer schlechter geworden, sagte Krankenschwester Amaly von Tempsky am Rande der Protestaktion. Von Tempsky arbeitet auf der chirurgischen Station des Clementinenhauses. „Ich selbst versuche, mich von schlechter Stimmung nicht mitreißen zu lassen“, berichtete sie. Aber das gelinge nicht immer. Der Stimmungsabfall steigere die Fluktuaktion und den Krankenstand im Kollegenkreis, so empfindet es von Tempsky, die seit 
30 Jahren Krankenschwester ist.

Die Ursache dafür liege in einer Verlagerung der Aufgaben. „Wir haben hier zum Beispiel viele Aufnahmen und Entlassungen von Patienten“, erläuterte sie. Das verlagere die Aufgaben und bringe viel Schreibarbeit mit sich. „Ich hätte gern viel mehr Zeit für die Patienten“, sagte sie. Weil ihr das nicht gelinge, 
entstehe an dem ein oder anderen 
Tag schon einmal ein unzufriedenes Gefühl.

Stellenabbau im Regionsklinikum

Durch in dem Gesetzespapier vorgesehene Streichungen bei der finanziellen Unterstützung müsste beispielsweise allein das Clementinenhaus innerhalb von fünf Jahren 30 Stellen von Pflegekräften streichen. Das Regionsklinikum müsste beispielsweise eine Reduzierung um 240 Stellen in fünf Jahren hinnehmen.

Eine Verringerung der Pflegekräfte hätte aus Sicht der Klinikchefs dramatische Folgen für die Patienten. Schon jetzt hat das Pflegepersonal zu wenig Zeit. „Die Zitrone ist ausgequetscht“, sagt beispielsweise der Chef der Kinderklinik Auf der Bult, Thomas Beushausen. Eine weitere Arbeitsverdichtung bei den Pflegekräften könne nicht mehr hingenommen werden.

Es sei zu befürchten, dass die Situation den Beruf der Krankenschwester immer unattraktiver macht. In den vergangenen Jahren sei die Motivation des Pflegepersonals deutlich gesunken, sagt die Geschäftsführerin des Clementinenhauses, Birgit Huber. Viele junge Leute verließen nach der Ausbildung den Pflegeberuf, sagt MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg. „Dabei geht es gar nicht ums Geld, sondern um die Arbeitsbelastung.“     

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