Der unheilbar an einem bösartigen Lymphdrüsenkrebs erkrankte Jürgen Stroka kann in seine Wahlheimat Thailand zurückkehren. Am Dienstag um 6.40 Uhr verlässt er mit dem Zug seine Heimatstadt vermutlich ein letztes Mal in Richtung Frankfurt, um von dort nach Phuket zu fliegen, wo er von einem thailändischen Freund erwartet wird. Dank großzügiger Spenden durch Leser der HAZ konnte ihm die Rückreise ermöglicht werden.
Wie berichtet, hatte der 38-Jährige bei dem verheerenden Tsunami am 26. Dezember 2004 im thailändischen Khao Lak seine aus Thailand stammende Frau und seine zwölfjährige Tocher verloren. Beide wurden nie gefunden. Stroka wurde einen Tag später mit schwersten Kopfverletzungen unter Trümmern gefunden und lag zehn Tage im Koma. Als er davon erwachte, war dem einstigen Sprachlehrer für Deutsch, Englisch und Thai das Sprachvermögen abhanden gekommen. Erst mühsam musste er Sprechen und Lesen wieder erlernen.
Wegen gesundheitlicher Probleme war er im August 2009 nach Hannover gekommen, um sich medizinisch behandeln zu lassen und hier möglicherweise neu anzufangen. Er erfuhr jedoch, dass er unheilbar am Hodgkin-Lymphom erkrankt ist. Weil in Hannover nahezu alle sozialen Kontakte abgerissen sind, hatte der gelernte Kfz-Mechaniker nur noch einen Wunsch: Nach Thailand zurückzukehren, um dort sterben zu können, wo er Frau und Tochter verloren hat. Gut 1700 Euro haben die HAZ-Leser in den vergangenen Wochen gespendet, damit er sich fürs Erste ein Zimmer mieten und ein gebrauchtes Motorrad kaufen kann. Frank Wiese, Mitarbeiter von TUI-Infotc, IT-Dienstleister der TUI, ermöglichte sogar ein kostenloses Flugticket nach Phuket. „Ich bin glücklich über die großzügige Unterstützung“, sagt Stroka. „Ich danke allen, die mir die Rückkehr ermöglichen.“
Sein Freund und Fürsprecher, der Rentner Jörg E. Krauß aus Wunstorf, der Stroka in einem Krankenhaus kennengelernt hat, will mit ihm per Internettelefon Kontakt halten. Er sorgt sich allerdings um dessen Gesundheit. „Hoffentlich schafft er die weite Reise, erst kürzlich musste er noch einmal operiert werden“, sagt der 64-Jährige. Jürgen Stroka ist trotz seiner Lebenserwartung von etwa sechs Monaten optimistisch: „Ich habe eine Menge Medikamente im Reisegepäck und kann nur hoffen, dass alles gut läuft.“
Veronika Thomas
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Kommentare
krebs asdfsdf – 22.02.10
ist fies.