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Kreißsaal im Friederikenstift wird nachts abgemeldet

Hebammen-Krise Kreißsaal im Friederikenstift wird nachts abgemeldet

Diakovere und Verdi haben sich angesichts der Personalnot bei den Hebammen auf eine "Zwischenlösung" geeinigt: Das Friederikenstift wird ab 4. Oktober nachts geschlossen. Frauen in den Wehen, die in dieser Zeit dort eintreffen, sollen „in einem sicheren Verfahren“ weitergeleitet werden, in erster Linie ins Henriettenstift.

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Das Henriettenstift in Kirchrode muss wohl ab Oktober nachts zusätzlich schwangere Frauen aufnehmen, die früher im Friederikenstift entbunden hätten. 

Quelle: Martin Steiner/Archiv

Hannover. Vom 4. Oktober an wird der Kreißsaal des Friederikenstifts während des Nachtdienstes abgemeldet. Schwangere, die bereits in der Geburtsklinik liegen, werden jedoch von einer Hebamme und einem Ärzteteam betreut. Frauen in den Wehen, die während der Nachtschicht dort eintreffen, sollen jedoch „in einem sicheren Verfahren“ weitergeleitet werden, in erster Linie ins Henriettenstift. Die Rettungsleitstelle soll Schwangere direkt zu anderen Kliniken bringen – auch hier soll zunächst das „Henri“ angefahren werden. Darauf verständigten sich der Krankenhausverbund Diakovere und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Freitag bei einem Runden Tisch.

Der Kreißsaal soll laut Diakovere-Sprecher Achim Balkhoff zwischen 21.30 und 6 Uhr abgemeldet sein. „Das ist definitiv eine Zwischenlösung“, sagt Thilo Jahn, Gewerkschaftssekretär bei Verdi. Wegen Personalproblemen hatte das Henriettenstift in den vergangenen Monaten mehrmals einen seiner Kreißsäle abmelden müssen. Von Oktober an stockt die Diakovere das Personal um acht Hebammen auf. Ab Januar sollen dann sowohl am Friederiken- als auch am Henriettenstift pro Schicht jeweils drei Geburtshelferinnen im Dienst sein.

Dass der Kreißsaal im Friedrikenstift demnächst nachts abgemeldet wird, hält Veronika Bujny, Vorsitzende des Niedersächsischen Hebammenverbands, angesichts der Personalengpässe für „sinnvoll“. „Sicherheit geht vor“, sagt Bujny, „anderen Weg gibt es im Moment nicht“. Doch dürfe diese nur eine Zwischenlösung sein, bis man mit neuem Personal neu planen könne.

Die Atmosphäre beim Runden Tisch war laut Verdi-Sekretär Jahn, konstruktiv. Die Ergebnisse wertet er als Fortschritt. Schon in der kommenden Woche stehen weitere Gespräche über die Situation in den Kliniken an: Am Montag gibt es ein Treffen von Hebammen bei der Gewerkschaft, sagt Jahn. Auch Balkhoff kündigt weitere Gespräche an: Am Mittwoch wolle man sich in kleinerer Runde zusammensetzen, um über praktische Fragen wie die Dienstplangestaltung für die nächste Zeit zu sprechen.

Von Martina Sulner

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