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Kriegskinder brechen nach Jahrzehnten ihr Schweigen

Die letzten Zeugen Kriegskinder brechen nach Jahrzehnten ihr Schweigen

Sie sind die letzten Zeugen: Viele Kriegskinder haben bis heute geschwiegen. Erst jetzt berichten sie über ihre traumatisierenden Erlebnisse in den Bombennächten in Hannover, als Kindersoldaten oder auf der Flucht – und manchmal erleben sie dabei die befreiende Kraft des Erzählens.

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Foto: „Schlimme Erlebnisse können wie ein Stein in der Seele sein“: Eine ganze Generation von Jungen und Mädchen wuchs in einem Land heran, das der Krieg gezeichnet hatte.

Quelle: Wilhelm Hauschild

Hannover. Die Toten, die in jener Nacht auf dem Aegi lagen, sieht sie noch heute vor sich. „So etwas vergisst man nie“, sagt Maria-Elisabeth Lohmann. Gerade neun Jahre war sie in der Bombennacht zum 9. Oktober 1943 alt, in der auch die Fleischerei ihrer Eltern in der Marienstraße zerstört wurde. Erst waren sie im Luftschutzkeller der nahen Unfallklinik gewesen, dann mussten sie dort raus. In nasse Decken gehüllt lief das Kind auf den Gartenfriedhof, dann drohte der brennende Kirchturm dort einzustürzen. An der Hand eines älteren Mädchens schlug Lohmann sich durch die Hitze der brennenden Stadt irgendwie zum Maschsee durch. „Dort gab es Luft zum Atmen“, sagt sie. Erst nach drei Tagen brachte das Mädchen jemand zu ihren Eltern zurück. „Ich habe sie nie gefragt, ob sie mich schon tot geglaubt hatten“, sagt die 77-Jährige.

Überhaupt sprach man wenig über die traumatisierenden Erlebnisse im Krieg. „Psyche gab’s nicht, Therapie gab’s auch nicht, und in der Familie war das alles nie Thema“, sagt Maria-Elisabeth Lohmann. Man musste das Leben meistern, aufbauen, stark sein. Das Beschweigen der Vergangenheit war Teil des Neubeginns. „Aber jetzt war es doch erleichternd, davon zu erzählen“, sagt sie.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Mittwochausgabe der HAZ oder alternativ im E-Paper.


Schreiben Sie der HAZ Ihre Kriegserlebnisse

Haben Sie den Krieg als Kind erlebt? Welche Erinnerungen an Bombennächte, an Kampfhandlungen oder an Flucht und Vertreibung sind Ihnen bis heute präsent? Und in welcher Weise haben solche Erinnerungen nicht nur die Gesellschaft, sondern auch Ihr eigenes Leben geprägt? Wir möchten Sie bitten, Ihre Erfahrungen aufzuschreiben und uns zur Vorbereitung eines HAZ-Erzählcafés mit Ihrer eigenen Anschrift und Telefonnummer zuzuschicken an die

HAZ-City-Redaktion
z. H. Simon Benne
Stiftstraße 2, 30159 Hannover

Mit einigen Absendern möchten wir dann bei einem Erzählcafé, an dem auch die Buchautorin Anette Winkelmüller teilnimmt, ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung ist für den 14. Juli, 18 Uhr, im Historischen Museum am Hohen Ufer geplant. Der Eintritt ist frei.

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