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Aus der Stadt Kriminologe: Erpresser ist ein „Kenner der Bahlsen-Qualität“
Hannover Aus der Stadt Kriminologe: Erpresser ist ein „Kenner der Bahlsen-Qualität“
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22:31 30.01.2013
Von Tobias Morchner
Kriminologe Christian Pfeiffer analysiert im HAZ-Interview den Erpresserbrief des Krümelmonsters. Quelle: HAZ
Hannover

HAZ-Redakteur Tobias Morchner sprach mit Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen.

Herr Pfeiffer, was sagt der Text des Erpresserschreibens über dessen Verfasser aus?

Er hat sich große Mühe gegeben, aber er hatte beim Herstellen der Collage sicher auch seinen Spaß. Er ist mit Sicherheit intelligent, denn ein solches Vorhaben setzt viel Planung und genaue Überlegungen voraus. Und er ist ein Kenner der Bahlsen-Qualität, weil er explizit die Kekse mit Vollmilchschokolade verlangt.

In dem Brief findet sich mehrfach die Formulierung „ihr wollt“ statt „ihr sollt“ folgende Forderungen erfüllen. Wie ist das zu erklären?

Wir haben es bei diesen Formulierungen mit einer Art Suggestion zu tun, nach dem Motto: Ihr wollt doch wohl bitte dieses und jenes für mich tun. Das würde ich nicht überbewerten.

Was steckt aus Ihrer Sicht hinter dem Erpressungsversuch?

Auf jeden Fall keine Altmetalldiebe. Möglicherweise haben wir es bei dem Diebstahl des Firmensymbols mit einer Wette oder Mutprobe zu tun. Die versuchte Erpressung soll dazu dienen, alles auf eine „anständige“ Art und Weise wieder geradezurücken.

Ist es richtig, dass Werner Bahlsen nicht auf die Forderungen des Erpressers eingeht?

Ja, er hat einen klugen Weg eingeschlagen, wenn er erklärt, er wolle sich nicht aus Zwang sozial engagieren, sondern aus Freude über das unversehrte Wahrzeichen. Damit baut er den Tätern eine Brücke, sodass sie möglicherweise mit einem blauen Auge davonkommen können.

Was raten Sie dem Erpresser?

Er sollte klug genug sein und auf das Angebot von Bahlsen eingehen. Versäumt er diese Chance, wird er alle Sympathien, die er derzeit vielleicht hat, verspielen.

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