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Ärzte drohen mit Boykott des Klinikums

Kritik an Medizinstrategie Ärzte drohen mit Boykott des Klinikums

Hunderte Ärzte wenden sich gegen die Medizinstrategie des Regionsklinikums und wollen in einem Brief zum Boykott gegen Standortschließungen aufrufen. Das Schreiben, das der HAZ als Entwurf vorliegt, dürfte den Streit über die Zukunft der beiden Krankenhäuser in Lehrte und Großburgwedel weiter befeuern.

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„Chirurgie ist unverzichtbar“: Das Krankenhaus in Lehrte. Archivfoto: Gückel

Quelle: Achim Gückel

Hannover. Hintergrund sind Pläne, die chirurgische Abteilung in Lehrte zu schließen und in Großburgwedel einen Neubau zu errichten. In dem Entwurf für das Protestschreiben heißt es: „Eine Klinik ohne Allgemeinchirurgie kann den Versorgungsauftrag nicht erfüllen. Die zuweisenden Ärzte aus Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze würden ihre Patienten in andere Krankenhäuser einweisen, die nicht zum Regionsklinikum gehören.“

Organisiert hat den Brief, der in den nächsten Tagen an die Regionspolitiker und die Bürgermeister verschickt werden soll, der Ärzteverein Altkreis Burgdorf, der in der östlichen Region rund 800 Mitglieder hat. Eigentlich war zunächst geplant, dass alle 800 Ärzte den Brief unterschreiben, allerdings dürfen sich Mitarbeiter des Klinikums wegen eines von der Geschäftsführung verhängten Verbots nicht mehr öffentlich zum Klinikum äußern. Daher hat sich der Ärzteverein darauf verständigt, dass die niedergelassenen Ärzte aus Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze das Papier unterschrieben: Sie sind es, die Patienten in Krankenhäuser einweisen. „Eine Chirurgie ist für ein Krankenhaus unverzichtbar“, sagt Ärztevereinsvorsitzende Annegret Vahlbruch aus Lehrte. „Sollte es in Lehrte keine Chirurgie mehr geben, bekommen wir dort ganz schnell Springer Verhältnisse“, betont sie. In Springe ist der Klinikstandort im vergangenen Jahr geschlossen worden, dort befindet sich jetzt nur noch eine Notversorgung.

Ärzte wollen in Planungen eingebunden werden

Der Ärzteverein spricht sich für „eine echte Weiterentwicklung (baulich und medizinisch) beider Häuser“ aus. Die Ärzte betonen in dem Schreiben, dass die Krankenhäuser in Lehrte und Großburgwedel „medizinisch und wirtschaftlich leistungsfähige Häuser“ seien, „die die Bevölkerung der Region bis heute vorbildlich und beispielgebend versorgen“. Man fordere, dass das Ergebnis der Diskussion über die Zukunft der beiden Krankenhäuser im Osten der Region nicht von vorneherein festgelegt sein dürfe. Die niedergelassenen Ärzte, die Patienten in die Kliniken einweisen, sollten als „ausgewiesene Kenner des tatsächlichen Bedarfs nachdrücklich in die Planungen eingebunden werden“.

Die Zukunft der beiden Krankenhäuser ist umstritten. SPD und Grüne, die in der Regionsversammlung eine Mehrheit haben, wollen in Großburgwedel neu bauen und das Haus in Lehrte zwar erhalten, aber verkleinern - ohne Chirurgie, aber mit einer Geriatrie, die möglicherweise noch weitere Funktionen erhält. Der Versuch von Rot-Grün, dafür eine Mehrheit im Aufsichtsrat zu bekommen, ist gescheitert. Die Gewerkschaft Verdi ist für Schließung und Neubau beider Krankenhäuser.

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Fragen und Antworten

Erneut wird um die Standorte des Regionsklinikums diskutiert - und damit über die gesamte Medizinstrategie 2020. Warum gerade jetzt? Und wer will bei dem Streit was? Wir beantworten die wichtigsten Fragen in unserem großen Überblick.

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