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Kritik an den geplanten Tempo-30-Strecken

Neue Bundesvorschrift Kritik an den geplanten Tempo-30-Strecken

Die Stadt installiert vor fast allen Schulen, Kitas und Altersheimen Tempo-30-Bereiche – ein Erlass des Bundes schreibt das vor. Von Anwohnern und Oppositionspolitikern aber gibt es jetzt kritische Nachfragen – zum Beispiel, weil vor Kitas zum Teil Ampeln stehen und trotzdem neue Tempolimits gelten sollen.  

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Trotz Ampel direkt am Grundstück: Vor der Kita Kleine Gallier soll auf der Peiner Straße eine Tempo-30-Strecke eingerichtet werden.

Quelle: Clemens Heidrich

Hannover. 130 neue Tempo-30-Strecken vor Schulen, Kitas, Kliniken und Altenheimen will die Stadtverwaltung einrichten – und stößt jetzt auf Widerstand. Ratspolitiker und HAZ-Leser bezweifeln, dass ein reduziertes Tempo an allen geplanten Stellen sinnvoll ist. „Die Bauverwaltung ist nach dem Gießkannenprinzip vorgegangen“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Er befürchtet, dass unter dem Deckmantel einer neuen Bundesvorschrift der Verkehr in Hannover flächendeckend auf Tempo 30 umgestellt wird.

Die neue Vorschrift besagt, dass vor sensiblen Einrichtungen standardmäßig eine reduzierte Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern gilt. Voraussetzung ist, dass die Einrichtung einen direkten Zugang zur Straße hat oder „im Nahbereich“ starker Verkehr herrscht. Nur in Ausnahmefällen darf noch Tempo 50 gefahren werden – etwa wenn eine Fußgängerampel das Überqueren regelt.

HAZ-Leser Werner Kurz fallen zwei Kitas in Döhren ein, die auf der Liste der Tempo-30-Standorte stehen, obwohl in deren Nähe Ampeln montiert sind: die Kita Waldheim, Am Schafbrinke, und die Kita Kleine Gallier an der Peiner Straße. „Tempo-30-Strecken sollten nicht zulasten des Verkehrsflusses gehen“, sagt Kurz.

Die Stadt ist anderer Ansicht. Die Kita Waldheim habe zwar eine Ampel vor der Tür, doch hier sei Tempo 30 nach eigenen Verkehrsbeobachtungen gerechtfertigt. Zudem habe die Polizei Rotlichtverstöße registriert. In der Peiner Straße befinde sich die Ampel nicht „im unmittelbaren Zugangsbereich“ der Kita.

In der Südstadt steht das GDA-Wohnstift „an der Hildesheimer Straße“ auf der Liste. Das hat HAZ-Leser Christian Stichternath irritiert. Das Pflegeheim befinde sich an einer kleinen Stichstraße und habe keinen direkten Zugang zur Hildesheimer Straße, sagt er. Die Stadt präzisiert: Nur die kleine Stichstraße soll Tempo-30-Strecke werden, nicht die Hildesheimer Straße.

Liste aller Tempo-30-Zonen

Unmut gibt es auch über Tempo 30 in der Bothfelder Sündernstraße. Dort soll der Verkehr ausgebremst werden für eine Schule und eine Kita, die beide an einer Seitenstraße liegen. „Die Einrichtungen haben aber einen direkten Zugang zur Sündernstraße“, sagt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald.

Die Einwände aus der Anwohnerschaft veranlassen die FDP, Mitglied im Mehrheitsbündnis, genauer hinzuschauen. „Die Bezirksräte sollten sich die Liste vornehmen“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Letztlich müsse die Stadt mit Augenmaß vorgehen. Flächendeckend Tempo 30, das sei mit den Liberalen nicht zu machen. Die Grünen hatten im Bauausschuss vorgeschlagen, auch die umliegenden Straßen von Schulen und Kitas als Tempo-30-Zonen auszuweisen.

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