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Bekommen Privatpatienten besseren Grippe-Impfstoff?

Kritik von Ärzten Bekommen Privatpatienten besseren Grippe-Impfstoff?

Zum Auftakt der Grippeimpfung-Saison gibt es Ärger um den Impfstoff. Viele hannoversche Mediziner kritisieren, dass sie ihren gesetzlich versicherten Patienten erneut keinen optimalen Wirkstoff verordnen können – weil sie ein Rabattvertrag mit den Krankenkassen derzeit noch daran hindert.

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Die Saison für die Grippeimpfung ist gestartet – Allgemeinmediziner Peter Essmann plädiert für einen wirksameren Impfstoff.

Quelle: Clemens Heidrich

Hannover.  Wer einen besseren Schutz durch einen Vierfach-Impfstoff möchte, muss zuzahlen, da der Rabattvertrag mit den Krankenkassen nur einen Dreifach-Schutz vorsieht. „Bei der heftigen Grippewelle 2015/2016 hat genau dieser fehlende vierte Erreger-Typ dafür gesorgt, dass 50 Prozent der geimpften Patienten keinen ausreichenden Schutz hatten“, sagt Peter Essmann, Allgemeinmediziner aus der Oststadt. Für 2018 ist deshalb die Rabattvereinbarung mit den Krankenkassen aufgehoben worden, damit nicht nur private Patienten optimal versorgt werden. Essmann aber hatte schon für diese Saison den Vierfach-Impfstoff geordert. „Das ist jetzt ein Problem, weil Rabattverträge mit den Krankenkassen derzeit noch gelten und mir damit eventuell Regressansprüche ins Haus stehen.“

„Kein optimaler Impfstoff“

Seit Inkrafttreten des Arzneimittelversorgungs-Stärkungsgesetzes zur Jahresmitte können Krankenkassen zwar keine neuen Rabattvereinbarungen zum Impfstoffeinkauf mit Herstellern mehr schließen. Nach Auffassung der Krankenkassen haben jedoch Altverträge keineswegs sofort ihre Gültigkeit verloren. Zur bevorstehenden Grippesaison hat die Kassenärztliche Vereinigung Niederachsen (KVN) ihre Mitglieder daher darauf hingewiesen, dass Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Impfstoffanbietern aus Kostengründen weiterhin gälten. Erst ab dem kommenden Jahr entfällt die Pflichtbestellung eines bestimmten Impfstoffes.

„Das Grundproblem dabei ist, dass der derzeit gültige Rabattvertrag einen nicht so optimalen Impfstoff vorgibt, die Ärzte ihren Patienten aber den qualitativ höheren anbieten wollen“, sagt KVN-Sprecher Detlef Haffke. Wenn sie diesen auch verordneten, „könnte das eine Regressforderung der Kassen nach sich ziehen.“ Aus Gründen der Kostenersparnis – von der grundsätzlich auch die Ärzte profitieren – haben die Krankenkassen den Rabattvertrag für zwei Jahre abgeschlossen, „ohne zu berücksichtigen, dass ein hochwertigeres Produkt auf den Markt kommt“, sagt Haffke. So stehe in dieser Saison kein optimaler Impfstoff zur Verfügung.

Vierfach-Impfstoff für Zuzahler

Mediziner Essmann hat das wirksamere Produkt für seine rund 250 Impfpatienten daher auch nicht wieder abbestellt, auf Privatrezept kann der Impfstoff mit einer Zuzahlung von rund 15 Euro verordnet werden. Ganz sicher könne man mit einer Impfung allerdings aber ohnehin nicht sein, sagt Essmann. Es gibt rund 200 Virustypen, die grippale Infekte hervorrufen können, für eine „echte Grippe“ sind etwa ein halbes Dutzend Virustypen verantwortlich. „Die Rabattverträge haben Gültigkeit, die KVN empfiehlt, sich daran zu halten – und das machen wir auch“, betont der Vorsitzende des Hausärzteverbands Niedersachsen, Matthias Berndt. Aber auch er will den Vierfach-Impfstoff in seiner Lister Praxis bereithalten – für besonders gefährdete Patienten und diejenigen, die die Privatrezeptgebühr bezahlen wollen.

Vorsorge für Schwangere und chronisch Kranke

Seit August konnte er bestellt werden – und in den meisten Praxen steht der Grippe-Impfstoff jetzt bereit. Rund zwei Wochen nach der Vorsorgespritze wirkt der Schutz. Die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt eine Schutzimpfung vor allem für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, Personen mit chronischen Grunderkrankungen, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal und Personen. Ebenso geimpft werden sollten Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln – die Impfung schützt zwar nicht vor der Vogelgrippe, aber es werden damit problematische Doppelinfektionen vermieden. Von Juli 2016 bis Ende März 2017 ist die Grippeschutzimpfung bei Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen 1.008.224-mal abgerechnet worden.

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