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Aus der Stadt Künstler muss nach 46 Jahren Atelier räumen
Hannover Aus der Stadt Künstler muss nach 46 Jahren Atelier räumen
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00:15 27.11.2016
Von Simon Benne
Der Wasserkünstler: Asmus Petersen stapelt seine Gemälde jetzt in seinem Haus in Kleefeld. Quelle: Villegas
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Hannover

Natürlich, sagt er. Der Schritt sei unumgänglich gewesen. Ein unvermeidbares Übel. „Aber für mich ist es doch ein großer Einschnitt.“ Im November 1970 mietete der Künstler Asmus Petersen Räume in der Herrenhäuser Wasserkunst, um sich in dem historischen Pumpenhaus ein Atelier einzurichten. „Das waren die wilden Jahre nach 1968“, sagt er lächelnd. In der Kunstszene sind der Maler und sein ungewöhnliches Domizil über die Jahre zu einer Art Sehenswürdigkeit geworden. Ulrich Krempel, damals Direktor des Sprengel-Museums, nannte den Wasserkünstler einmal ein „Gesamtkunstwerk“. Und jetzt ist damit Schluss.

Nach 46 Jahren musste Asmus Petersen sein Atelier nun räumen. Die Wasserkunst wird im großen Stil saniert; die Räume sind feucht, der Dreck der Bauarbeiten hätte die Gemälde beschädigen können. Voraussichtlich könne sich die Sanierung bis zum Frühjahr 2018 hinziehen, ihn ließ die Stadt wissen. Er könne die Räume dann gerne wieder nutzen: „Wir werden uns rechtzeitig bei Ihnen melden.“ Doch Asmus Petersen ist 88 Jahre alt – für ihn ist das Kapitel Wasserkunst wohl abgeschlossen. In einer kleinen Kiste verwahrt er deren Schlüssel; „Briefkasten“ und „Aufgang Atelier“ steht auf den Anhängern: „Die werde ich jetzt wohl endgültig zurückgeben“, sagt er.

Es ist nicht so, dass ihm der Abschied leichtfiele: „Ich habe mich in der Wasserkunst immer sehr wohl gefühlt“, sagt er. Petersen kann von der kreativen Atmosphäre dort schwärmen, von den großen Räumen und davon, wie das Wasser um das Gebäude herum plätscherte. Hier hat er Werke geschaffen, die ihn in ganz Deutschland bekannt gemacht haben – etwa jene abstrakten Gemälde von Seeschlachten, die Bilder gegen den Krieg sind.

Seine vier Töchter und deren Familien haben ihm geholfen, das Atelier zu räumen und die Schätze aus 46 Jahren zu bergen. In seinem Haus in Kleefeld stapeln sich vom Keller bis zum Dachboden jetzt 129 teils großformatige Bilder. Die umfangreiche Bibliothek ist aufgelöst: „Einiges haben wir verschenkt, manches auch weggeworfen“, sagt er.

Er spricht darüber ohne Groll. Anflüge von Wehmut wischt er weg. „Es bringt ja nichts, traurig zu sein.“ Dann plaudert er witzig über sein Leben. Agil und geschmeidig springt er zwischen seinen Gemälden hin und her. Ein junger Mann von 88 Jahren. Jedenfalls jung genug, um sich noch auf Neues einzulassen: „Ich bin doch auch Schriftsteller“, sagt er. Statt in der Wasserkunst zu malen, werde er nun verstärkt in Kleefeld schreiben. Satiren und Sonette. „Und einen Roman über all das, was ich in der Wasserkunst erlebt habe.“

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