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Drevermann mit Festakt verabschiedet

Kultur- und Schuldezernentin Drevermann mit Festakt verabschiedet

Mit einem Festakt wurde die jahrelange Kulturdezernentin Marlis Drevermann am Freitag im Galeriegebäude in Herrenhausen verabschiedet. Die Abschieds-Laudatio hielt der hannoversche Sozialphilosoph Oskar Negt.

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„Ein Glücksmoment“: Oskar Negt (l.) und Stefan Schostok mit Marlis Devermann.

Quelle: Rainer Droese

Hannover. Marlis Drevermann hat manches anders gemacht als ihre Vorgänger. Zum Beispiel hat Hannovers Kultur- und Schuldezernentin mit den Kunstfestspielen Herrenhausen ein Festival geschaffen, das manchem zu Beginn zu abgehoben war, jetzt aber einen glänzenden Ruf genießt. Unorthodox wie manches in ihrem achtjährigen Wirken war am Freitag auch ihr Musikwunsch für die Einleitung ihres Abschiedsempfangs im Galeriegebäude in Herrenhausen: eine Jazz-Suite für Schlagzeug, gespielt von Christin Neddens.

Gekommen war alles, was in Hannover in Sachen Kultur und Schule Rang und Namen hat, wie man so sagt. Drevermanns Arbeit zu würdigen oblag neben Oberbürgermeister Stefan Schostok auf speziellen Wunsch Drevermanns dem hannoverschen Sozialphilosophen Oskar Negt. Er sei einer der beiden Gelehrten, die sie am meisten beeinflusst haben - so hatte die studierte Soziologin ihr Anliegen begründet. Ihn habe das sehr gefreut, sagte Negt. „Es ist ein Glücksmoment, zu erfahren, dass jemand das, was ich denke, auch gebrauchen kann.“

In seiner Laudatio ging Negt darauf ein, was eine Stadt ausmacht, was sie leisten muss und nicht leisten kann. Die Erziehung zur Urteilsfähigkeit sei das Entscheidende in der drevermannschen Schulpolitik gewesen, sagte der 81-Jährige. „Das ist nicht immer geglückt, und das lag nicht immer an der Verwaltung“, resümierte Negt. „Manchmal gibt es auch bekloppte Eltern.“

Kritiker, auch die HAZ, hätten der Kulturpolitikerin Drevermann häufig vorgehalten, vieles unvollendet gelassen zu haben. „Alle angestoßenen Projekte liegen in der richtigen Linie der Aufklärung“, sagte Negt. Drevermann könne stolz sein, dass sie viele Baustellen eröffnet habe. „Das kann uns veranlassen, dort weiter zu bauen.“

Zuvor hatte Schostok auf die größten Projekte in Drevermanns Amtszeit verwiesen. So habe die SPD-Politikerin den Ausbau der Gesamt- und der Ganztagsschulen vorangetrieben, ohne dabei die Gymnasien zu vernachlässigen. Auch der Bau der neuen Volkshochschule, des Schlosses Herrenhausen und des Sprengel-Anbaus seien in ihr Ressort gefallen. Gerade bei Letzterem habe sich Drevermann ihren „Namen als Bauherrin mehr als verdient“, sagte Schostok - bei allen Problemen rund um Kalkulationen und Baukosten. Drevermann sei eine Expertin für Schule wie für Kultur. „Wenn beides zusammenkommt, dann ist es toll“, sagte Schostok, der jetzt dennoch beide Felder auf verschiedene Dezernate verteilt hat.

Drevermann selbst gab zu, bei ihrem Abschied „nicht frei von Wehmut und Traurigkeit“ zu sein. „Ich habe mich wohlgefühlt unter denen, die Wichtiges in die Stadt gebracht haben“, sagte sie. Sie dankte Kultur- und Schulszene im Allgemeinen und vielen Mitarbeitern namentlich. Ihr Fazit: „Wir machen vieles richtig in Hannover.“

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