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Aus der Stadt Kulturcamp rund um das Thema Alter
Hannover Aus der Stadt Kulturcamp rund um das Thema Alter
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00:15 21.07.2017
Von Gunnar Menkens
In der Blauen Zone: Organisatorin Dörte Redmann mit Hund. Foto: Wilde Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Schwierig zu sagen, wann das Alter anfängt. Wenn es so ist, wie der Schriftsteller Colum McCann in einer Erzählung schreibt, dann kann ein Mensch dem Alter „ganz sacht“ verfallen. Im Kulturzentrum Pavillon haben sie sich entschieden, die Grenze bei 55 Jahren zu ziehen. Wer diese Lebensspanne erreicht hat, kann mitmachen beim Projekt Blaue Zone. Montag hat es begonnen, zwei Wochen wird es dauern, und viele Menschen kamen zum ersten Brunch; auch, um sich einen Überblick zu verschaffen. Und wenn der Eindruck des ersten Tages nicht täuschte, dann waren Frauen in der Überzahl, in Kleidern und Hosen so bunt wie die Sandalen dazu.

Im Pavillon hat am Montag das Kulturcamp Blaue Zone begonnen: Dabei geht es um das Thema Alter.

Bei der Fülle des Programms fällt die Entscheidung nicht leicht, wie man also mit dem Alter beginnen kann. Angelika Mantz, „63 plus“, wie sie sagt, hat klare Vorstellungen, sie trägt sie im Innern eines weißen Eimers ein, die dicht an dicht über- und nebeneinander hängen. Besucher sollen eintragen, was sie sich unbedingt noch wünschen. Mantz schreibt: „Tanzen, tanzen, tanzen.“ Sie könnte etwas finden im Angebot. Bei den Tanzimprovisationen, in denen „bewusst mit dem Körper kommuniziert“ wird. Oder wenn Tänze aus Serbien und Rumänien anstehen, oder beim „Wilden Tanzen“, wenn Punk und Metal aus Boxen klirren.

Dörte Redmann, 57, Kulturwissenschaftlerin beim Verein Spokusa, ist eine der Organisatorinnen des Kulturcamps im Pavillon. „Ab 55, das sind die neuen Alten, die jungen Alten. Die Blaue Zone ist eine bunte Mischung vom Leben, gegen Vergrauung und Verbeigeung, es geht darum, wie wir gemeinsam glücklich, solidarisch und gesund leben können.“ So bestimmt das Bewusstsein das Sein des Programms. Vieles darin dreht sich um Innerlichkeit und Selbstwahrnehmung, etwa in Workshops, deren Teilnehmer mit Gipsabdrücken der eigenen Alterung nachspüren. Es gibt Kurse übers Schreiben, Malen, Zeichnen und Komponieren. Praktischer angelegt sind tägliche und ausführliche Runden über das Wohnen im Alter. Auf dem „Markt für weises Wissen“ gibt es Informationen über Möglichkeiten, die das Leben auch im Alter bietet, Auswandern zum Beispiel oder Studieren.

Blaue Zonen sind Gegenden auf der Welt, in denen Menschen besonders alt werden, fünf von ihnen gibt es auf dem Globus, der Osten Sardiniens zählt dazu. Die sechste Zone soll für zwei Wochen nun der Pavillon sein. Und 55, das ist nur eine Marke, die nicht vollkommen ernst nehmen muss, wer mitmachen will. Im Pavillon hoffen sie nun, dass sich aus diesen zwei Wochen eine Perspektive für die Zukunft ergibt, mit einem eigenen Angebot für Menschen über 55 oder solche, die sich in einem sachten Übergang befinden. Susanne Müller-Jantsch vom Pavillon sagt: „Wir wollen eine ältere Zielgruppe ins Haus holen und Angebote machen, die sich mit dem Alter beschäftigen. Es gibt eine neue Generation, die vor einem langen, kreativen Ruhestand steht.“

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