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Aus der Stadt Lange Wartezeiten bei Bareinzahlungen
Hannover Aus der Stadt Lange Wartezeiten bei Bareinzahlungen
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00:15 01.01.2016
Von Andreas Schinkel
Eine Münzgeldprüfmaschine in Hannover. Quelle: Surrey
Hannover

Das Sparschwein schlachten, einen Sack voll Münzen zur Bank bringen und mit dem Beweis eines neuen Guthabens im Sparbuch heimkehren – so einfach ist es für viele Nachwuchssparer in Hannover jetzt nicht mehr. „Meine Kinder sind verwirrt, weil ihnen am Sparkassenschalter mitgeteilt wurde, dass ihr Geld verschickt werde und der Eintrag ins Sparbuch erst später erfolge“, berichtet ein Familienvater aus der List. Grund für die aufwendige Prozedur ist die neue „Bargeldprüfungsverordnung“. Sie besagt im Kern, dass auch beim Hartgeld kontrolliert werden muss, ob sich nicht falsche Euro oder Cent unter den Münzen befindet. Das Problem: Für alle Sparkassen- und Volksbankkunden gibt es derzeit in Hannover nur eine einzige Maschine, die technisch in der Lage ist, Münzen wirksam zu prüfen.

Tatsächlich scheint die Chance, Opfer von gefälschten Münzen zu werden, gering. Nur 50 bis 80 Falschmünzen tauchen im Monat auf – bei einer Gesamtsumme von fast neun Millionen Geldstücken allein im Gebiet der Sparkasse Hannover.

Während alle Sparkassen-Kunden bei höheren Münzgeldsummen zwei bis drei Tage warten müssen, bis die Prüfmaschine alles begutachtet hat, ändert sich für Volksbank-Kunden nichts. „Bei uns wird Hartgeld gleich in der Filiale gezählt und gutgeschrieben“, sagt Volksbank-Sprecher Matthias Mollenhauer. Erst danach schicke man die Münzsäcke zur Kontrolle. Ähnlich ist das Verfahren bei der Commerzbank. „In der Regel erfolgt die Gutschrift für den Kunden sofort bei der Einzahlung“, heißt es auf Nachfrage der HAZ.

Nach einer neuen EU-Regelung müssen nun schärfere Kontrollen beim Einreichen von Hartgeld eingeführt werden. Ein Besuch bei der einzigen Prüfmaschine für alle Sparkassen und Volksbanken in Hannover.

Hannoversche Sparkassen-Kunden müssen zwar warten, erleiden aber keinen Zinsverlust. „Das Geld wird zum Tag der Einreichung gutgeschrieben“, betont Sprecher Stefan Becker. Die Sparkasse habe sowohl Vor- als auch Nachteile durch die von der EU diktierte Regelung. „Uns kostet die Echtheitsprüfung mehrere Millionen Euro im Jahr“, sagt Becker. Zugleich werden die Filialen von einer Menge Hartgeld entlastet. Kleinere Summen unter 50 Euro werden noch in den Sparkassen-Filialen mit dem Zählbrett sortiert und sofort gutgeschrieben. Ab 50 Euro kommt das Klimpergeld in einen Sicherheitsbeutel, den die Sparkasse an einen Wertdienstleister verschickt. Dort steht die Prüfmaschine, die sich alle Münzen Sack für Sack vornimmt. „Dort kontrollieren eigens geschulte Mitarbeiter den Vorgang“, sagt Becker.

4000 Münzen in der Minute rasseln durch die Maschine und werden in handliche Rollen verpackt. Aussortiertes Hartgeld wird von den Mitarbeitern nochmals begutachtet. Wenn die Experten sich einig sind, dass es sich um eine gefälschte Münze handelt, wird sie an die Bundesbank weitergereicht. Der Kunde hat das Nachsehen und muss auf die Gutschrift des Falschgelds verzichten.

Die Volksbank verfährt anders. Da die eingereichten Geldstücke noch in den Filialen gezählt und gutgeschrieben werden, geht die Bank ins Risiko. Sollte sich eine Münze als falsch erweisen, hat die Volksbank das Nachsehen – offenbar ein verschmerzbarer Verlust angesichts der wenigen Fälschungen.

Viel Falschgeld im Umlauf

In Hannover und in Niedersachsen ist vermehrt Falschgeld im Umlauf. Die Zahl der Fälle, in denen eine oder mehrere Blüten sichergestellt wurden, ist nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover in diesem Jahr deutlich gestiegen. Obwohl die abschließende Erhebung noch nicht vorliegt, gehen die Ermittler von einem Falschgeld-Plus von bis zu 20 Prozent aus. Eine konkrete Zahl der Fälle für 2015 nennt das LKA nicht. Im Jahr 2014 sind landesweit gut 5700 Fälle registriert worden. Falschgeld wird vorwiegend bei Banken, aber auch in Geschäften entdeckt. Der Anteil professioneller Druckfälschungen an der Falschgeldmenge sei weiterhin sehr groß, sagt LKA-Sprecher Frank Federau. Wie schon in den Vorjahren sind 2015 in Hannover und Niedersachsen vor allem gefälschte 20- und 50-Euro-Scheine verbreitet. Diese Blüten machten 75 bis 80 Prozent des Euro-Falschgeldaufkommens aus, sagt Federau. Gefälschte Münzen spielten dagegen eine immer geringere Rolle.

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