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Kunstkritiker aus Hannover unter Terroropfern

Anschläge in Paris Kunstkritiker aus Hannover unter Terroropfern

Bei den Terroranschlägen in Paris ist auch ein gebürtiger Hannoveraner ums Leben gekommen. Es handelt sich um den Kunstkritiker Fabian Stech, wie die HAZ erfuhr. Bei der Anschlagsserie in Paris waren am Freitag mindestens 129 Menschen gestorben.

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Fabian Stech starb bei den Anschlägen von Paris.

Quelle: Marie Clérin

Hannover/Paris. Unter den mindestens 129 Opfern des Terroranschlags in Paris befindet sich auch der in Hannover geborene Kunstkritiker, Fotograf und Übersetzer Fabian Stech. Der 51-Jährige wurde bei dem  Anschlag im Pariser Musikclub "Bataclan" getötet. Seit 1999 war er als Frankreich-Korrespondent für das in Köln erscheinende Magazin „Kunstforum International“ tätig.

Damit steht jetzt fest, dass mindestens zwei Deutsche bei den Anschlägen in Paris starben. Das Auswärtige Amt hatte am Wochenende zunächst von einem deutschen Opfer gesprochen. Dabei handelt es sich um einen 28-jährigen Architekten aus Oberbayern. Auf Anfrage der HAZ erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts: „Wir müssen leider bestätigen, dass ein weiterer deutscher Staatsangehöriger unter den Todesopfern der Anschläge von Paris ist.“ Zur Identität des Toten machte der Sprecher zunächst keine näheren Angaben. Das „Kunstforum International“ bestätigte aber, dass es sich um den 51-jährigen Fabian Stech handelt.

Der in Hannover geborene Autor hatte Philosophie, Geschichte und Publizistik an der FU Berlin studiert, wo er 1997 promoviert wurde. Seit 1994 lebte er in Frankreich zusammen mit seiner Frau, der Anwältin Sophie Bouchard Stech, die er in Berlin kennengelernt hatte. Er hinterlässt zwei Kinder. Seine Angehörigen, die in der Region Hannover leben, schrieben am Montagabend: „Wir sind fassungslos und unglaublich traurig. Dass Fabian einen so grausigen und überflüssigen Tod sterben musste, lässt unsere Schmerzen und unsere Trauer unerträglich werden. Zusammen mit seinen Kindern und seiner Frau vermissen wir Fabian. Er war ein großartiger Mensch, voller Zuneigung für die Kunst, immer neugierig auf Menschen, voller Liebe. Er wird uns unendlich fehlen.“

Stech war Experte für das Werk des chinesischen Malerstars Yan Pei-Ming, er unterrichtete in Dijon an der privaten Kunstakademie „Les Arcades“. „Fabian war ein für sein ungeheures Engagement und für seinen ansteckenden Enthusiasmus bei allen beliebter Lehrer, der den Studierenden einen internationalen Blick auf die Dinge eröffnete“, sagte Denis Rolland, der Rektor der Akademie.

In seiner Arbeit als Kunstkritiker führte Fabian Stech Interviews mit bedeutenden Künstlern wie Bertrand Lavier, Annette Messager, Sylvie Fleury, Pierre Huyghe und Sophie Calle, die Amerikaner John M. Armleder und John Baldessari. Neben seinen zahlreichen Beiträgen zu Ausstellungen machte er sich auch einen Namen als einfühlsamer Übersetzer des Romans „Wettlauf zum Tod“ des französischsprachigen Schriftstellers Édouard Rod. In diesem Roman scheint nichts einen Sinn zu ergeben. Alles fließt unausweichlich dem Tod entgegen, dem niemand entkommen kann.

Von Ronald Meyer-Arlt und Heinz-Norbert Jocks

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