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Kurden-Demo läuft friedlich ab

400 Teilnehmer Kurden-Demo läuft friedlich ab

Rund 400 Demonstranten haben am Sonnabend in der Innenstadt auf die aktuellen Konflikte zwischen Kurden und Türken in der Türkei aufmerksam gemacht. Die größtenteils kurdischen Teilnehmer der Kundgebung protestierten zudem gegen die von ihnen empfundene Kriminalisierung ihres Volkes in der Türkei, aber auch in Deutschland.

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Mit einem riesigen Banner an der Spitze des Demonstrationszuges fordern die Kurden die Freilassung des PKK-Anführers Abdullah Öcalan aus türkischer Haft. 

Quelle: Michael Wallmueller

Hannover. Nachdem es eine Woche zuvor bei einer türkischen Veranstaltung am Steintor zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen war, begleitete die Polizei die Demo mit einem Großaufgebot. Die gesamte Kundgebung verlief friedlich.

Ab 15 Uhr versammelten sich die Demonstranten am Opernplatz. Statt dann aber wie geplant über Baringstraße, Karmarschstraße, Leibnizufer und Goethestraße zur Schlusskundgebung am Steintor zu ziehen, änderten die Organisatoren kurzfristig die Marschroute - offenbar wegen des schlechten Wetters. Nach einer Schweigeminute für die Opfer türkischer Übergriffe setzte sich der Zug gegen 15.30 Uhr in Richtung Kröpcke und Georgstraße in Bewegung. Immer wieder stimmten die Demonstranten „PKK“-Sprechchöre an und bezeichneten den türkischen Präsidenten Erdogan als Terroristen und Faschisten.

250 Kurden und Sympathisanten haben sich zu einer Demonstration in der Innenstadt von Hannover getroffen.

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Schon seit zwei Monaten schwelt der türkisch-kurdische Konflikt auch in Hannover. Nachdem 32 in der Mehrzahl kurdische Zivilisten am 20. Juli bei einem Attentat in der türkischen Stadt Suruc getötet worden waren, rief das Demokratische Kurdische Gesellschaftszentrum Deutschland (Nav-Dem) alle Kurden in Deutschland auf, auf die Straße zu gehen. Diese beschränkten sich aber nicht darauf, friedlich zu demonstrieren.

Am 30. Juli bewarfen drei Unbekannte das Türkische Generalkonsulat an der Christuskirche mit Farbflaschen. Knapp zwei Wochen später versuchten rund 100 Kurden, den Stand der Koranverteiler an der Georgstraße zu stürmen. Dabei wurde einer der Salafisten leicht verletzt. Die Polizei konnte die beiden Gruppen jedoch trennen. Keine Woche später zog ein 26 Jahre alter Kurde am 16. August eine Schreckschusspistole und feuerte auf den Stand der Salafisten. Verletzt wurde niemand. Noch am selben Tag konnte die Polizei den Mann festnehmen.

Die Behörde hat seitdem aber nicht nur ein Auge auf die Anhänger der PKK. Wenige Tage nach dem Zwischenfall an der Georgstraße durchsuchten Beamte auch den Stand der Koranverteiler.

13 Festnahmen, sieben Verletzte

13 Personen hat die Polizei nach der Demonstration am Sonnabend vor einer Woche festgenommen. Insgesamt wurden sieben Polizisten leicht verletzt. Das hat die Polizei jetzt auf Anfrage mitgeteilt. Nach dem Ende der Kundgebung gegen die Kurdische Arbeiterpartei hatte eine Gruppe PKK-Anhänger die Demonstranten provoziert. Immer wieder kam es zu Ausschreitungen zwischen Kurden und Sympathisanten der rechtsextremen türkischen Ülkücü-Bewegung, die als „Graue Wölfe“ bekannt sind.

Trauriger Höhepunkt der Krawalle war die Messerattacke eines 50-jährigen Deutschen mit türkischem Migrationshintergrund auf einen syrischen Flüchtling. Die beiden waren am Reitwall aneinandergeraten, woraufhin der mutmaßliche Täter den 26-jährigen Kurden lebensgefährlich am Hals verletzte. Mit einer Notoperation konnten die Ärzte der MHH ihn retten. Mittlerweile hat er das Krankenhaus wieder verlassen und konnte am Sonnabend sogar an der Demo in der Innenstadt teilnehmen.  

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Ausschreitungen nach Demo
Der 26 Jahre alte Kurde war am Reitwall mit einem Messer niedergestochen worden.

Mehr als eine Woche nach dem versuchten Tötungsdelikt vom Steintor konnte der verletzte Kurde noch nicht befragt werden. Der 26 Jahre alte Kurde war am Rande einer Anti-PKK-Kundgebung niedergestochen worden. Mittlerweile hat er das Krankenhaus wieder verlassen, er kann aber noch nicht wieder sprechen.

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