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Aus der Stadt Tausende Kurden ziehen friedlich durch die City
Hannover Aus der Stadt Tausende Kurden ziehen friedlich durch die City
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19:14 20.03.2016
Start und Ziel des kurdischen Demonstrationszugs war der Waterlooplatz. Quelle: Körner
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- Tausende Kurden bei Demo in der City 

- Teilnehmer zogen vom Waterlooplatz aus durch die Innenstadt 

- erhebliche Verkehrsbehinderungen für Autofahrer

Zahlreiche Kurden hatten sich bereits am späten Samstagmorgen auf dem Waterlooplatz versammelt. Ab kurz vor 11 Uhr zogen die Demonstrationsteilnehmer von dort aus durch die Innenstadt. Ein Großaufgebot der Polizei begleitete die Veranstaltung, es kam jedoch nicht zu Zwischenfällen. Zu Beginn hatte die Polizei die Teilnehmer aufgefordert, einige Fahnen verbotener Organisationen zu entfernen. Dem kamen die Demonstranten nach. Die Veranstalter hatten 500 eigene Ordner aufgeboten. 

Der Tross zog in einem gelben Fahnenmeer, oftmals mit dem Konterfei von PKK-Führer Öcalan, in Richtung Steintor. Am Kopf des Zuges befanden sich fast ausschließlich Frauen, mehrheitlich in traditionellen Gewändern. Während die Spitze des Demonstrationzuges ihren Marsch weiter fortsetzte, legten einige Teilnehmer am Steintor eine Gedenkminute für den 1994 bei einem Polizeieinsatz erschossenen Kurden Halim Dener ein. Vom Steintor aus zog die Demo über Goethestraße, Leibnizufer und Lavesallee zurück zum Waterlooplatz, wo das Ende des Zuges gegen 12.30 Uhr eintraf. Dort soll die Abschlusskundgebung stattfinden, deren Ende für 19 Uhr angekündigt ist.

Zur Feier des kurdischen Neujahrsfestes Newroz haben sich tausende Kurden in Hannover versammelt. Der Demonstrationszug zieht vom Waterlooplatz aus durch die Innenstadt.

Über die Teilnehmerzahl bestehen unterschiedliche Angaben. Die Polizei teilte auf der eigens für die Demo eingerichteten Facebook-Seite zunächst mit, dass rund 6000 Menschen an der Demo teilnehmen. Später ging die Polizei von 12.000 Demonstranten aus. Auf dem Waterlooplatz sollen sich nach Angaben des Veranstalters sogar 30.000 aufgehalten haben.

Nach einem Rundmarsch durch die Innenstadt versammelten sich die Demonstrierenden für eine Abschlusskundgebung. "Unser alljährliches Treffen wollten wir heute auch dazu nutzen, um auf die Unterdrückung der Kurden durch die massiven Militäreinsätze der Türkei im Südosten des Landes aufmerksam zu machen", sagte Organisatorin Aytan Kaplan vom "Demokratischen Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland". Der Verein hatte die Demonstration angemeldet. Auch das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei kritisierten die Demonstranten.

Während der Kundgebung erklärte ein Redner: "Der türkische Präsident ist nicht interessiert an einer Lösung in der Europäischen Flüchtlingskrise und deshalb der falsche Ansprechpartner." Die EU und die Türkei hatten sich am Freitag auf ein gemeinsames Handeln in der Flüchtlingskrise geeinigt. Die Versammlung verlief nach Polizeiangaben überwiegend friedlich. "Einige Teilnehmer haben verbotene Symbole hochgehalten", sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag. "Das haben wir zur strafrechtlichen Verfolgung mit Videokameras dokumentiert."

Auch die Nachricht eines Selbstmordanschlags in Istanbul am Samstag mit mehreren Toten hatte den friedlichen Verlauf der Demonstration nicht gestört. Nach dem Protestzug feierten die Kurden aus dem ganzen Bundesgebiet auf dem Waterlooplatz in der Hannoverschen Innenstadt. Organisatorin Kaplan äußerte sich zufrieden. "Wir freuen uns über die vielen Teilnehmer und den friedlichen Ablauf." Über das Neujahrsfest Newroz sagte sie: "Das Fest ist kein speziell kurdisches. Es wird von vielen Völkern im Nahen und Mittleren Osten gefeiert. Als Ausdruck des Widerstands hat es für die Kurden aber eine ganz besondere Bedeutung."

Verstopfte Straßen in der Innenstadt

Wegen der Demonstrationen kam es in der Innenstadt zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Polizei hatte frühzeitig empfohlen, die City weiträumig zu umfahren, Park & Ride-Plätze zu nutzen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Dennoch kam es auf vielen Straßen zu Staus, vor allem rund um den Aegi. 

Am Aegi staute sich wegen der Demo zeitweise der Verkehr. Quelle: Meding

se/tm/med/mic/dpa

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