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Mord von 1995 bleibt ungestraft

Letzter Überlebender Angeklagter freigesprochen Mord von 1995 bleibt ungestraft

Die Vorwürfe ließen sich nicht beweisen: Der Mord an einem jungen Kurden im Juli 1995 nahe Fuhrberg wird wahrscheinlich ungesühnt bleiben. Ein 59-Jähriger, der letzte Überlebende von ehemals drei Angeklagten, ist am Donnerstag vom Schwurgericht Hannover freigesprochen worden.

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Der Angeklagte Hassan K. spricht mit seinem Verteidiger Holger Nitz (rechts). 22 Jahre nach einem Mord beginnt ein Prozess gegen ihn.

Quelle: dpa

Hannover/Fuhrberg. Der Mord an einem jungen Kurden im Juli 1995 nahe Fuhrberg wird wahrscheinlich ungesühnt bleiben. Ein 59-Jähriger, der letzte Überlebende von ehemals drei Angeklagten, ist am Donnerstag vom Schwurgericht Hannover freigesprochen worden - im Einklang mit Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Wolfgang Rosenbusch folgte in wesentlichen Punkten der Argumentation von Verteidiger Holger Nitz, dass zahlreiche Ermittlungsergebnisse der vergangenen Jahrzehnte in diesem Prozess überhaupt nicht verwertet werden durften. „Geblieben sind Gerede und Gerüchte“, so Rosenbusch, und das reiche für eine Verurteilung nicht aus.

22 Jahre nach einem Mord in einem Waldstück bei Fuhrberg hat das Landgericht Hannover einen dritten Anlauf zur Bestrafung des Verbrechens unternommen.

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Pilzsammler hatten die Leiche des 24-jährigen Asylbewerbers aus dem Irak in einem Wald gefunden; das Opfer war mit mehreren Messerstichen umgebracht und in einen Plastiksack gestopft worden. Hintergrund der Tat sollen eine verpatzte Heirat und Ehrverletzungen gewesen sein - doch das konnte das Schwurgericht auch nach der Vernehmung von einem halben Dutzend Zeugen nicht verifizieren. Der Kronzeuge blieb bis zum Schluss verschwunden, zudem waren viele Ermittlungsergebnisse nicht verwertbar, weil die Polizei geschlampt hatte. So wurden Verdächtige ohne Dolmetscher oder Verteidiger vernommen, Zeugen Fotos von Verdächtigen in irregulärer Form präsentiert, ein großer Lauschangriff vom falschen Gericht angeordnet. „Wie die Axt im Walde“, so Anwalt Nitz, seien die Ermittler vorgegangen.

Der 59-Jährige saß 1998 zehn Monate in Untersuchungshaft, dafür bekommt er nun rund 7500 Euro Haftentschädigung. Doch 20 Jahre lang, so sein Verteidiger, habe über dem in Hannover lebenden Rentner das Damoklesschwert einer lebenslangen Haftstrafe geschwebt; so sei sein Mandant „über das Verfahren alt geworden“.miz

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