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Kurdisch-Kurs abgesagt: Studenten beklagen Zensur

Ärger um Öcalan-Aktion Kurdisch-Kurs abgesagt: Studenten beklagen Zensur

Für das Wintersemester wollte der Verband der Studierenden aus Kurdistan (YXK) einen Sprachkurs auf Kurdisch anmelden. Die Uni aber habe ihn nicht bewilligt. In einem offenen Brief vom 27. September beklagen die kurdischen Studenten, der Kurs sei aus Angst vor propagandistischen Inhalten verboten worden. 

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Studenten haben das Öcalan-Transparent am Uni-Gebäude angebracht.

Quelle: privat

Hannover. „Freiheit für Öcalan“ stand auf einem Transparent, das kurdische Studenten am Montag aus einem Gebäude der Leibniz-Universität am Königsworther Platz entrollten. Die Aktion des Verbands der Studierenden aus Kurdistan (YXK) richtete sich an den 1999 in der Türkei zu lebenslanger Haft verurteilten PKK-Führer Abdullah Öcalan - und war eine gezielte Provokation gegen die in Hannover lebenden Türken, die in Öcalan einen Terrorführer sehen.

In der kurdischen Gesellschaft wird er als einflussreicher Schriftsteller gefeiert, vor allem aber als Freiheitsheld. Der Konflikt in der Türkei wird immer wieder auch im Ausland ausgetragen. Jetzt erheben die kurdischen Studierenden Vorwürfe gegen die Uni-Leitung, sie dürften ihre Themen nicht frei entfalten.

Für das Wintersemester wollte die YXK einen Sprachkurs auf Kurdisch anmelden. Die Uni aber habe ihn nicht bewilligt. In einem offenen Brief vom 27. September beklagen die kurdischen Studenten, der Kurs sei aus Angst vor propagandistischen Inhalten verboten worden. „In den vergangenen Jahren wurden bereits drei studentische Seminare zu beziehungsweise mit Öcalans Büchern veranstaltet“, schreibt die YXK in ihrem offenen Brief. Es seien von Studenten organisierte Seminare gewesen, im Sommersemester 2015 und im darauffolgenden Wintersemester, die unter der Schirmherrschaft der Uni stattfanden. „Sie wurden durch das Präsidium genehmigt, ohne dass dies negativ aufgefallen wäre“, heißt es in dem Schreiben. Dass so etwas nicht mehr möglich sein solle, sei inakzeptabel. Die Vereinigung fordere die Uni zum Umdenken und zum Aufheben des Verbots auf.

Nach Auskunft der Uni allerdings gibt es gar kein Verbot - weil das Seminar angeblich nie beantragt worden sei. „Die Anträge auf einen Sprachkurs und den Lesekreis über ein Buch von Öcalan sind dem dort als verantwortlich benannten Institut der Universität nicht bekannt und auf Nachfrage durch das Präsidium dort auch nicht gewünscht“, heißt es darin. Öcalan sei „einer der Führer der in der EU als Terrororganisation eingestuften PKK“. Die Finanzierung eines Lesekreises aus Steuergeldern zur Lektüre von Büchern Öcalans sei mit dem Wertekanon der Universität nicht vereinbar.

Sara Tolhildan vom YXK vermutet: „Wir gehen davon aus, dass dieses neue Kriterium der Zustimmung des Instituts eingeführt wurde, um den Sprachkurs ,Kurdisch’ und den Lektürekurs ,geräuschlos’ auszusortieren.“ Für den 24. Oktober hat der YXK nun einen Lesekreis zu Öcalans Buch „Zivilisation und Wahrheit“ geplant - in Räumen der Universität. „Wir wollen zeigen, dass sich kurdische Studierende nicht von deutschen Universitäten verdrängen lassen“, sagt Tolhildan. Von der Uni habe man bisher keine Rückmeldung bekommen.

Von Manuel Behrens

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