Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Projekt für Mehrfachtäter

Kurse für jugendliche Schwarzfahrer bewähren sich

Von Bernd Haase

Stadt und Üstra setzen auf soziales Training statt Strafe: Die Kursusangebote für jugendliche Schwarzfahrer haben sich bewährt - und sollen fortgesetzt werden. In den Kursen dreht es sich um persönliche Ursachen für das Schwarzfahren, Konsequenzen und Alternativen.
Das Projekt soll jugendliche Schwarzfahrer vor einem Eintrag ins Strafregister bewahren.

Das Projekt soll jugendliche Schwarzfahrer vor einem Eintrag ins Strafregister bewahren.

© Martin Steiner

Die städtische Jugendgerichtshilfe und die Üstra haben eine positive Bilanz der Kursusangebote für jugendliche Schwarzfahrer gezogen und wollen das Programm für zwei Jahre fortsetzen. Das Projekt dient dazu, junge Menschen, die als Mehrfachtäter vor Gericht landen, vor Einträgen ins Strafregister zu bewahren. „Jugendliche sollen begreifen, dass Schwarzfahren kein Kavaliersdelikt ist, sondern sie sich bei Wiederholungen damit eine Hürde für ihr späteres Leben errichten, wenn ein Strafverfahren anhängig wird“, sagt Hannovers Sozialdezernent Thomas Walter.

Anlass für das im August 2009 unter dem Titel „Mit Fahrschein? Aber sicher!“ aufgelegte Kursusangebot ist die Praxis der Üstra, Wiederholungstäter unter den Schwarzfahrern oder solche, die einen Fahrausweis fälschen, anzuzeigen. Im Jahr 2010 war das bei 11.719 unter insgesamt 74.155 Ertappten der Fall. Wie hoch der Anteil an Jugendlichen war, ließ sich gestern nicht ermitteln.

Auf Bitten der Jugendgerichtshilfe hatte die Üstra von eineinhalb Jahren die Regeln für Jugendliche und Heranwachsende zwischen 14 und 21 Jahren geändert. Wenn sie sich wegen dreimaligem oder häufigerem Schwarzfahren in einem Verfahren wiederfinden, können sie von der Justiz zu zweitägigen Kursen verpflichtet werden. Dort gibt es eine Abschlussprüfung. Wer sie besteht, entgeht der Strafe. „Die Kurse bewähren sich vollauf als Instrument zur Aufklärung und zum Training des sozialen Miteinanders“, sagt Walter.

Im ersten Jahr nach Einführung veranstalteten Jugendgerichtshilfe und Üstra insgesamt sechs Zweitageskurse, an denen im Schnitt 20 Personen teilnahmen. Mehr als 90 Prozent unter den erfolgreichen Absolventen seien anschließend nicht mehr mit dem Delikt „Beförderungserschleichung“, wie es offiziell heißt, auffällig geworden. Damit haben sie eine einmalige Chance genutzt: Das Regelwerk sieht vor, dass Klienten, die unentschuldigt fehlen oder durch die Abschlussprüfung rasseln, einer Hauptverhandlung oder einer richterlichen Anordnung entgegensehen. Ausnahmen bestehen lediglich, wenn jemand krankheitsbedingt nicht erscheinen kann.

In den Kursen arbeitet die Jugendgerichtshilfe mit den Teilnehmern die persönlichen Ursachen für das Schwarzfahren auf und betrachtet Konsequenzen und Alternativen. Die Üstra wiederum informiert durch Mobilitätsberater über rechtliche Grundlagen und wirtschaftliche Zusammenhänge – beispielsweise darüber, dass die Üstra mit den Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf Kosten für Personal, Kraftstoff und Strom bezahlt. Außerdem soll den Jugendlichen klargemacht werden, dass es sich beim Fahren ohne Fahrschein letztlich um einen Betrug an der Gemeinschaft handele: Wenn zu viele nicht bezahlen, müssten allgemein die Fahrpreise steigen.

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Meistgelesene Hannover-Artikel

Anzeige

Videos aus Hannover

Kennen Sie Hannover?

Hannover von oben: Das neue Rathaus.

Aus der Vogelperspektive sehen bekannte Orte ganz anders aus. Wie gut kennen Sie Hannover? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Bilderrätsel.

Tipp für Vereine: Homepage aktuell halten

myheimat - Das Mitmachportal der Heimatzeitungen in HAZ und Neuer Presse

Viele Vereine kennen das Problem: Die eigene Internetseite ist veraltet, weil die Zeit dafür fehlt. Mit dem Mitmachportal unserer Zeitung lassen sich Pressearbeit und Pflege der Vereinshomepage in einem Schritt erledigen.

Anzeige

Welcher Stadtteil ist gemeint?

Stadtteilrätsel

Wie gut kennen Sie Hannover? Woche für Woche präsentieren wir Ihnen an dieser Stelle ein neues Rätsel. Beantworten Sie die Fragen und schicken Sie das Lösungswort an die Redaktion. Viel Spaß beim Rätseln!

Hannover in Zahlen

Hannover in Zahlen
  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 521.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
    30159 Hannover
    Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stephan Weil (SPD)


Top