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Das sind die besten Irish Pubs in Hannover

St. Patrick's Day Das sind die besten Irish Pubs in Hannover

Am Donnerstag ist St. Patrick's Day. Kurz vor dem irischen Nationalfeiertag hat die HAZ vier Irish Pubs bei einer Kneipentour getestet. Wo sich ein Besuch lohnt, erfahren Sie im Artikel.

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Hannover. Es ist Freitagabend, 19.30 Uhr. Der Streifzug durch die Irish Pubs von Hannover beginnt im The Wild Geese, dem Nachfolger der ehemaligen Nordstädter Kultkneipe Cille an der Asternstraße.

Vier Gäste sitzen dort, als wir das rustikale Lokal betreten. „Ich habe reserviert, aber ist wohl ziemlich egal“, sage ich zum jungen Mann hinter der Theke. Der reagiert etwas kühl, offenbar ist das Pub noch nicht auf Betriebstemperatur.

Zum St- Patricks Day wird auch in Hannovers Irish Pubs wieder gefeiert. Die HAZ hat die besten Lokale der Stadt einmal auf Herz und Nieren getestet.

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Die Hockerstühle wirken etwas unbequem, von meinen Begleitern kommen aber keine Klagen. Ich selbst nehme sicherheitshalber auf einer Sofabank Platz. „Ich finde es schön, dass das ganze Pub grün ist, das ist zwar ein bisschen Klischee, aber es ist ein irisches Kleegrün“, meint eine Begleiterin. Ich trinke ein Crazy Mick IPA, die Craft-Beer-Spezialität des The Wild Geese. Das Bier schmeckt nicht ganz so fruchtig-intensiv, wie die üppige Getränkekarte verspricht. Etwas neidisch schaue ich zum Nachbartisch, als ein Lieferant einen verlockend duftenden Cheeseburger in einer Tüte überreicht. Das The Wild Geese hat zwar keine eigene Küche, dafür eine Kooperation mit dem Burger-Restaurant S-Bar aus der Nachbarschaft, das Speisen direkt ins Pub liefert. Ein Musiker baut sein Instrument auf der winzigen Pub-Bühne auf. Leider müssen wir weiter und verpassen die Livemusik.

Nächster Halt ist The Irish Pub an der Brüderstraße. Die Kneipe ist rappelvoll. Von unserer englischsprachigen Kellnerin kriegen wir einen runden Tisch mit Barhockern gleich neben der Theke zugewiesen. „Es ist nicht so gemütlich“, findet eine Begleiterin. „Es ist eher wie auf einem Durchgangsbahnhof“, ergänzt ihre Tischnachbarin und fügt wohlwollend hinzu: „Aber so muss eine Kneipe sein.“

Auf den Fernsehern flimmern Sportübertragungen, darunter auch Rugby. Ein Schild über der Theke weist auf die regelmäßigen Table-Quiz-Abende hin. Neben den Tischen und an den Wänden steht und hängt so einiges: Pokale, ein Tonbandgerät und sogar eine alte Registrierkasse. Das mögen nicht alle: „Es ist einfach zu glatt, es ist so, wie sich ein Hannoveraner eine typisch irische Kneipe vorstellt“, sagt der Irlandkenner aus unserer Runde. Das Publikum ist hier deutlich gemischter als im Wild Geese, wo sich vor allem Studenten tummelten. Ich steige auf ein klassisches Ale um, beobachte aber mit größerem Interesse das giftgrüne Snake Cider einer Tischgenossin. Dazu gibt es solide Cheeseburger und Nachos. Die Karte bietet von allem etwas. Glücklicherweise ist der Tisch sehr klein, ansonsten würden wir einander wegen des Geräuschpegels kaum verstehen.

Mit Karaokeabend 

Das Jack The Ripper’s am Kröpcke ist unser nächster Stopp. Der Laden ist zwar ein Pub, aber kein irisches. Weil es genau auf dem Weg zur nächsten Station liegt, pfeifen wir auf den Unterschied und bestellen uns einen Pitcher Guinness. „Ich werde hier nicht warm“, sagt eine Begleiterin. Vielleicht erinnert die gedrungene Inneneinrichtung ein bisschen zu sehr an das Gaslicht-London zur Zeit des Serienmörders Jack the Ripper.

Im Dublin Inn neben dem Alten Rathaus ist im Erdgeschoss Karaokeabend, weshalb eine Tischreservierung nicht möglich war. Im hintersten Winkel des Obergeschosses finden wir trotzdem einen freien Tisch - unter einem Fensterbild von St. Kilian, der als Schutzheiliger gegen Augenleiden, Gicht und Rheumatismus angerufen wird. „Wie uncool ist das denn: Die haben Beck’s-Bierdeckel“, nölt eine Begleiterin. Wie in den anderen Pubs auch stehen aber zahlreiche irische Getränkespezialitäten wie Guinness, Kilkenny, Baileys oder Whisky auf der Karte. „Es ist nicht ganz so irisch hier“, da ist sich die Gruppe einig. Abgesehen von kleinen Details vermissen wir im ehemaligen Bobby’s ein klares Bekenntnis zum irischen Lebensgefühl. Dafür ist es an unserem Tisch schön ruhig, und wir können uns bei Cider, dem typisch britischen Apfelschaumwein, ungestört unterhalten.

Auf dem Weg nach draußen schauen wir noch bei den Karaokesängern vorbei. Leicht monoton interpretiert eine Dreiergruppe „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana. Die Backstreet Boys zuvor sorgten für mehr Stimmung.

Nicht verkitscht, sondern authentisch

Das letzte Irish Pub erreichen wir per Stadtbahn, zum Laufen liegt uns The Harp am Schwarzen Bären in Linden zu weit entfernt. Es ist schon deutlich nach Mitternacht und der Laden ist ziemlich leer. Zunächst bestellen wir aber einen weiteren Pitcher, der hier etwas günstiger ist als anderswo. „Wer trinken kann, kann auch Nachos essen“, sagt unsere Jüngste. Für Burger, eine Spezialität des Harp, sind wir etwas zu spät dran. Deshalb werden gleich zwei Portionen Nachos, überbacken mit Cheddar-Käse, für die Gruppe bestellt.

„Es ist nicht so verkitscht, dass hier ein Dudelsack hängt, sondern authentisch“, sagt unsere Musikwissenschaftlerin - und lobt die Kneipe in höchsten Tönen. Dem können wir uns nur anschließen: Das Pub überzeugt auch bei Getränkeauswahl und Preisen. Leider will das Personal in Kürze Feierabend machen. Zeit für ein Fazit der Pubtour. „Für jeden war etwas dabei“, sagt eine Begleiterin, „von gemütlich bis belebt und voll. Und viel gutes Bier.“ Da hat sie recht. Schönen St. Patrick’s Day!

Von Christian Link

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