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Aus der Stadt Laatzen hat nun eine Papst-Reliquie
Hannover Aus der Stadt Laatzen hat nun eine Papst-Reliquie
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00:16 21.05.2016
Von Gunnar Menkens
Propst Martin Tenge andächtig vor der Reliquie in der Kapelle. Foto: Schaarschmidt Quelle: Tim Schaarschmidt
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Laatzen

Bei einem nur flüchtigen Blick ist nicht ganz leicht zu erkennen, um was es sich handelt. Der Betrachter sieht dünne Fäden, hinter Panzerglas und angestrahlt von künstlichem Licht. Nach einem zweiten Blick sind es wohl doch einige Haare mehr. „Ein Büschel“, sagt Adrian Grandt, und er muss es wissen. Der Direktor des Seniorenheim Victors Residenz in Laatzen war es schließlich, der diese Haare von einem Abgesandten des Bistums Posen geschenkt bekommen hatte, damals für ein Benefizkonzert des Lions Clubs Hannover. Es sind Haare von Papst Johannes Paul II. (1920-2005). Schwestern, die ihn im Vatikan bis zu seinem Tod gepflegt hatten, sammelten sie, im Wissen, welche Bedeutung sie einmal haben würden.

Seit Mittwoch ist die Reliquie in der Kapelle der Seniorenresidenz aufbewahrt. Dort wurde eine Heilige Messe gefeiert, zahlreiche Bewohner und Gäste von außerhalb besuchten den Gottesdienst. Propst Martin Tenge dankte Direktor Grandt für dessen Engagement. „Herr Grandt, jetzt haben Sie es geschafft. Danke, dass Sie unserem Papst Johannes Paul II. Gastfreundschaft auf ewig gewähren.“ Grandt ist in Polen aufgewachsen und als gläubiger Katholik stolz darauf, in seinem Haus eine Reliquie von Johannes Paul II. zu haben. Ein Mann, den er „persönlich gekannt“ habe und dessen Wirken er würdige. „Die Welt braucht einen Anwalt der Kranken, Schwachen, Einsamen und Sterbenden.“ Mit einer Prozession wurde die Reliquie nach der Messe hinunter in die Kapelle gebracht und in einen Mauervorsprung eingelassen. Sie ist für jedermann zugänglich.

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Fotostrecke Laatzen: Residenz feiert Einführung von Papst-Reliquie

Einige Haare also in der Kapelle eines Seniorenheims in einem Gewerbegebiet. Propst Martin Tenge meinte, das sei nicht spektakulär, man könne es auch „etwas eigenartig“ finden. Aber er erinnerte daran, dass Dinge mehr sein können als nur sichtbarer Gegenstand, Eheringe etwa. Und Reliquien würden von Gläubigen nicht etwa angebetet. „Anbetungswürdig ist nur Gott. Die Reliquie ist Rückblick auf Vergangenheit und Ausblick auf die Zukunft.“ Sie solle Alten, Kranken und Schwachen sagen: „Ihr habt der Welt noch etwas zu geben.“

Für die Bewohner des Seniorenheimes verlief der Mittwoch anders als üblich. Die Messe fand zu einer Zeit statt, in der üblicherweise zu Mittag gegessen wird. Das fiel nun aus, erstmals nach 24 Jahren. Stattdessen gab es ein Sommerfest und Bratwurst und Salate.

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