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Land beschränkt den Freiwilligendienst

Weniger junge Helfer für Hannover Land beschränkt den Freiwilligendienst

Das Kultusministerium will die anteilige Kostenübernahme durch Schulen für Absolventen des FSJ, die in Sportvereinen beschäftigt sind, untersagen. Nach einem Sturm der Entrüstung haben sich das Kultusministerium und der niedersächsische Landessportbund jetzt geeinigt, dass man in Ruhe nach einer Lösung suchen werde. 

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Hilfe beim Quarkzubereiten: Melanie Heidecke absolviert ein freiwilliges ökologisches Jahr im Sportverein.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Sportvereine beklagen, dass das Land den Einsatz von jungen Freiwilligen an Ganztagsschulen durch neue bürokratische Vorgaben unmöglich macht. Der Turnklubb zu Hannover (TKH) etwa hat zwölf Freiwillige, die auch an Ganztagsschulen helfen, einige an festen Standorten wie an der Grundschule Am Welfenplatz. Das Kultusministerium verweist darauf, dass die Arbeitsverträge mit den Freiwilligen rechtssicher sein müssten. Durch ihren Einsatz dürften keine regulären Jobs vernichtet werden.

Tumelo Peane, 25, erklärt den Erstklässlern, wie sie Teller auf Stäben balancieren oder mit Bällen jonglieren können. Draußen auf dem Pausenhof spielt er auch gern mal mit den Kindern Basketball. In Südafrika hat er Sportwissenschaften studiert, beim TKH absolviert er noch bis Ende Juli ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), hilft regelmäßig in der Ganztagsbetreuung in der Lister Grundschule, aber auch im Sportverein.

Melanie Heidecke, 19, die beim TKH gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr macht, ist selbst aktive Faustballerin, trainiert gerne Jugendmannschaften. In der Grundschule Am Welfenplatz betreut sie die Koch-Arbeitsgemeinschaft, schnippelt mit Zweitklässlern Obst für eine Quarkspeise. „Das Jahr ist toll für mich, gerade wenn man nach dem Abitur noch nicht so genau weiß, in welchem Beruf man arbeiten will.“

„Für beide Seiten ist es eine Win-win-Situation“, findet auch der TKH-Vorsitzende Hajo Rosenbrock - für den Sportverein, der die Freiwilligen im Trainingsbetrieb und in der Ganztagsbetreuung an den Schulen einsetzen könne, für die Schulen, die nachmittags feste Ansprechpartner für die Kinder hätten, aber auch für die jungen Menschen, die ein Jahr Zeit zur Orientierung und Persönlichkeitsreifung hätten.

Während in Hannover der Sportverein als Kooperationspartner für die Schulen die Ganztagsbetreuung organisiert und somit auch alleiniger Arbeitgeber für die Freiwilligen ist, die rund 300 Euro pro Monat (plus Sozial-, Renten,- Kranken- und andere Versicherungsgebühren) bekommen, teilen sich auf dem Land oft Schule und Verein die Kosten für die Freiwilligen.

Mit diesem Modell könnte bald Schluss sein. Denn das Kultusministerium von Frauke Heiligenstadt will die anteilige Kostenübernahme durch Schulen für Absolventen des FSJ, die in Sportvereinen beschäftigt sind, untersagen. Die bisherigen Arbeitsverträge seien nicht rechtskonform gewesen, heißt es in der jetzt veröffentlichten Antwort des Landes auf eine Anfrage der FDP-Fraktion. Unproblematisch sei es, wenn ein Absolvent des FSJs außerunterrichtliche Ganztagsangebote des Sportvereins unterstütze. Allein dürfe er allerdings keinen Kurs leiten.

Solange Tumelo die Zirkuspädagogin Wiebke Lahmann bei ihrer AG unterstützt, ist alles rechtens. Nur selbst darf er die Zirkus-AG eben nicht leiten. Ebenso wenig dürfte Melanie mit den Zweitklässlern allein kochen, zusammen mit der angehenden Referendarin Maybritt Elxnat aber schon.

„Ein wesentliches Markmal des Freiwilligendienstes ist, dass die Freiwilligen additiv eingesetzt werden“, schreibt das Ministerium in seiner Stellungnahme. Nach einem Sturm der Entrüstung bei den Sportvereinen über die neuen Vorgaben haben sich das Kultusministerium und der niedersächsische Landessportbund jetzt zunächst darauf geeinigt, dass man in Ruhe nach einer Lösung suchen werde. Alte Verträge haben erst einmal Bestandsschutz, auch noch die, die für das kommende Schuljahr abgeschlossen werden.

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