Man kann gar nicht früh genug damit beginnen, Kinder mit und ohne Behinderung zusammenzubringen. So zumindest sehen es die beiden niedersächsischen Ministerinnen für Soziales und Kultus, die in einem gemeinsamen Modellprojekt untersuchen wollen, wie die integrative Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Krippen und Kindertagesstätten ermöglicht werden kann. Gestartet wurde die bis August 2012 angelegte Testphase, die landesweit vorerst 185 Krippenplätze für behinderte Kinder umfasst, am Montag im Mittelfelder Familienzentrum der Gnadenkirche zum Heiligen Kreuz von Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann und Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann.
Erst kürzlich hatte die Kindertagesstätte der Gemeinde ein Kind mit Muskelschwäche aufgenommen. „Wir fördern es mit einem angepassten Programm, und die anderen Kinder machen dabei mit“, erklärt Erzieherin und Heilpädagogin Anke Meinecke das Prinzip. Das funktioniere bislang ganz gut. „Für unsere Kinder ist das schon alles ganz normal“, sagt die 46-Jährige.
„Je früher die Förderung von Kindern mit Behinderung einsetzt, desto besser können sie später in das gesellschaftliche Leben integriert werden“, sagt Heister-Neumann und betont, dass es sich nur um ein Angebot handele: „Bestehende, spezielle Einrichtungen für Kinder mit Behinderung wie Sonderschulen werden trotzdem weiterbestehen.“ Eltern sollten sich aber künftig „ohne großen Verwaltungsaufwand aussuchen können, wo ihr Kind betreut wird“, ergänzt Ross-Luttmann. Das Land fördert das Projekt mit einer monatlichen Pauschale von 1400 Euro pro Kind. Mit dem Geld soll vor allem die Finanzierung einer heilpädagogischen Fachkraft ermöglicht werden. Interessierte Eltern können sich an ihr örtliches Sozialamt wenden.
von Stephan Fuhrer
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Kommentare
Das klingt ja alles schön whoknows – 19.01.10
wird aber in der ich-spare-alles-kaputt Regierung wenig Zukunft haben.Hier sei nur daran erinnert, dass es schon vor vielen Jahren Projekte zu Integrationsunterricht gegeben hat, überwiegend mit sehr gutem Erfolg für Behinderte wie Nichtbehinderte.
Dennoch wurde das nicht flächendeckend angeboten, da es Geld kostet, so kann man die Angebote weiterhin wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen, statt das sie Wohnortnah vorhanden sind.