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Aus der Stadt Eine alte Sammlung kehrt zurück
Hannover Aus der Stadt Eine alte Sammlung kehrt zurück
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21:28 15.05.2014
Von Simon Benne
Ein neu gehobener Schatz: Der heilige Franziskus, gemalt von Strozzi, ist eines der Glanzstücke im Herrenhäuser Schloss. In dessen Westflügel haben die Ausstellungsmacher eine beeindruckende Galerie neu erstehen lassen. Quelle: Rainer Droese
Hannover

Die Schau im Herrenhäuser Schloss ist ein heimlicher Höhepunkt der Landesausstellung - und ein Ergebnis detektivischer Kleinarbeit: Bei einer Auktion wurden 1818 die Kunstwerke von Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn in alle Welt verstreut. Der Sammler, ein illegitimer Sohn von Georg II., hatte nach dem Vorbild englischer Landhäuser im hannoverschen Georgengarten das Wallmodenpalais erbauen lassen. Ganz im Stil der Uffizien in Florenz schuf er dort mit kostbaren Gemälden und antiken Skulpturen eine der wichtigsten Sammlungen Norddeutschlands.

Kurator Ralf Bormann hat die Wege der Kunstwerke nach 1818 mit viel Akribie nachvollzogen. Unter anderem stöberte er das Bild„Der heilige Franziskus in Extase“ von Bernardo Strozzi (1581-1644) buchstäblich auf dem Dachboden eines Privatmannes auf, der gar nicht wusste, welchen Schatz er da hatte. Bei der UV-Licht-Untersuchung eines anderen Bildes stieß Bormann auf eine verborgene Signatur und konnte so das „Küchenfrühstück mit Austern wärmender Dame“ dem Maler Pieter van Noort zuschreiben. Die meisten Skulpturen erwarb 1818 Georg IV., sie gehören bis heute dem Welfenhaus und werden im Archäologischen Institut Göttingen verwahrt. Im Schloss sind jetzt erstmals seit fast 200 Jahren wieder etwa 50 Gemälde und 50 Skulpturen aus der Wallmoden-Sammlung vereint. Die Stücke kommen aus den USA, Kanada, Italien - und jedes Stück erzählt eine andere, spannende Geschichte.

Im Westflügel des Schlosses, wo bislang mit eher chaotisch angeordneten Exponaten die Gartengeschichte präsentiert wurde, ist für sie eine lange Galerie eingerichtet. Der Raumeindruck in der rot-blau gestalteten Flucht ist beeindruckend, die Exponate sind klug gehängt: Antike Eros-Knaben neben schlafenden Jesuskindern illustrieren, wie wirkmächtig die Formensprache der Antike war - und im Grunde immer geblieben ist.

Schloss Herrenhausen: „Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714-1837“. Infos: (05 11) 980 76 86.

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