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Aus der Stadt Meister: Missbräuchliche Taufen nicht zu dulden
Hannover Aus der Stadt Meister: Missbräuchliche Taufen nicht zu dulden
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00:16 09.06.2017
Spricht sich klar gegen missbräuchliche Taufen aus: Landesbischof Ralf Meister. Quelle: dpa/Archiv
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Ein afghanischer Asylbewerber tötet trotz Fußfessel einen fünfjährigen Jungen – der Mann hätte längst abgeschoben sein sollen, verhinderte das aber, indem er zum Christentum konvertierte. Der Fall aus Bayern wirft ein Schlaglicht auf ein Problem, das Hannovers Landesbischof Ralf Meister wohlbekannt ist:

Herr Meister, darf es die Kirche zulassen, dass die Taufe missbraucht wird, um ein Aufenthaltsrecht in Deutschland zu erwirken?

Ich habe bereits im vergangenen Dezember zum ersten Mal als Besucher an einem Prozess im Verwaltungsgericht in Hannover im Rahmen eines Asylverfahrens teilgenommen. Aufmerksam hörte ich die Fragen des Richters, der den Kläger nach seiner christlichen Identität fragte. Es ist klar, dass die Beurteilung des Sakraments der Taufe nicht einer weltlichen Gerichtsbarkeit untersteht. Allerdings ist ebenso deutlich, dass missbräuchliche, erschlichene Taufen nicht geduldet werden können.

Wie kann die Kirche einen solchen Missbrauch verhindern?

Wir müssen sensibel mit dem Taufbegehren von Flüchtlingen umgehen und uns unserer besonderen Verantwortung bewusst sein. Die Aufgabe der Kirchengemeinden ist es, die Taufbewerber zu begleiten und zu unterrichten: in ihrer Hinwendung zu Christus und zum Glauben; in ihrem Wachstumsprozess im Glauben und darin, in der Gemeinschaft einer Ortsgemeinde ein geistliches Zuhause zu finden. Gibt es tatsächlich die Bereitschaft des Taufbewerbers, in einer christlichen Gemeinde zu leben? Es ist notwendig, die jeweilige Lebenssituation genau zu kennen. Das Kennenlernen findet zu beiden Seiten statt. Menschen, die die Taufe begehren, benötigen viel Zeit, und die Pastoren dürfen sich nicht unter Druck setzen lassen.

Genügt eine solche intensive Prüfung?

Ich fürchte nicht. Obwohl mit der Taufe eine Absage vom Islam verbunden ist, ist bei aller Sorgfalt im Umgang mit Taufbegehren von Geflüchteten nicht auszuschließen, dass es im Einzelfall zu Missbräuchen kommt. Aber nach dem Grundsatz „der Missbrauch hebt den guten Gebrauch nicht auf“ bleibt uns als Kirche eben nur die intensive Prüfung im Gespräch.

Wer muss Sanktionen aussprechen, sollte es zum Missbrauch kommen?

Die Kirche mit Sicherheit nicht. Das ist allein die Aufgabe des Staates. Vor wenigen Wochen wurden in Hannover zwei Menschen verhaftet unter dem Verdacht, Iraner nach Deutschland eingeschleust und sie für das Asylverfahren geschult zu haben. Sie sollen den illegal eingereisten Personen geholfen haben, sich als konvertierte Christen auszugeben, damit sie der Abschiebung entgehen. Es ist die Aufgabe staatlicher Gerichte, gegen diese Form von Missbrauch entschieden  vorzugehen.

Interview: Jörg Köpke

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