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„Mach jetzt nichts Falsches!“
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Räuber muss hinter Gittern „Mach jetzt nichts Falsches!“

Ein 32-Jähriger muss wegen einer Überfallserie auf Geschäfte für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Hannover spricht eine letzte Warnung aus: Noch so ein Überfall und David D. muss mit Sicherungsverwahrung rechnen.

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Die Überfälle von David D. waren nicht das, was man gewalttätig nennt. Nie trug er ein Messer dabei oder eine Pistole, und nie schlug er zu. David D., ein Kraftpaket in einem gedrungenen Körper, ging einfach in Läden, Hände in den Taschen oder mit aufgesetzter Kapuze.

In einem Friseurgeschäft griff er in die Kasse, zu zwei Mitarbeiterinnen sagte er: „Das ist ein Überfall. Mach jetzt nichts Falsches!“ In einer Videothek wurde seine Forderung („Geld her!“) nicht recht ernst genommen, ehe er sich an einer Mitarbeiterin vorbei zur Kasse drängte. Zwei Stunden später, in einer Bäckerei, verlangte David D. so leise Geld, dass eine Verkäuferin ihn nicht richtig verstand. Seine Beute: ein paar Hundert Euro.

David D. haben diese Überfälle aus dem vergangenen Jahr jetzt eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten eingebracht. Über Einzelheiten musste die 3. große Strafkammer am Landgericht Hannover am Dienstag nicht aufwendig verhandeln, der 32-Jährige hatte gleich nach seiner Verhaftung nahe der Bäckerei alle Überfälle gestanden. Die Vorsitzende Richterin Renata Bürgel beschäftigte sich mit der Frage, ob David D. wegen Raubes oder besonders schweren Diebstahls zu bestrafen ist. Es wurde dann Raub, in drei minderschweren Fällen. Bürgel sagte: „Gerade so.“

Der 32-Jährige ist Wiederholungstäter

Diese Bemerkung der Richterin war schon eine Art letzter Warnung an den Mann auf der Anklagebank. Noch so ein Überfall und David D. müsse mit Sicherungsverwahrung rechnen. Der 32-Jährige ist Wiederholungstäter. Vor acht Jahren verübte er schon einmal eine Serie von Überfällen. Damals hatte er Kunden und Angestellte in Angst und Schrecken versetzt, als er Geschäfte mit einer Spritze in der Hand überfiel und behauptete, das Blut darin sei mit HI-Viren verseucht. Dafür wurde er bereits verurteilt. Seine jüngsten Überfälle beging D. noch im Maßregelvollzug.

Was aus Sicht der Kammer für den Angeklagten sprach, war nicht nur sein Geständnis, sondern auch eine Abwärtsspirale der Gewalt. Drohungen mit der Spritze hätten die Opfer schwer geschädigt, sagte Richterin Bürgel. Dieses Mal habe er auf offensichtliche Drohungen verzichtet, kleine Widerstände von Angestellten verleiteten ihn nicht zur Gewalt. Wegen seiner bedrohlichen Erscheinung und seinem „stechenden Blick“, wie es eine Zeugin schilderte, hätten die Frauen in den Läden dennoch mit Gewalt rechnen müssen. Die Folgen blieben gering. Alle gehen wieder zur Arbeit, eine von ihnen musste vier Wochen lang ein Schlafmittel nehmen. Dennoch: „Sie sind der Sicherungsverwahrung ein Stück näher gerückt.“

Ein Gutachten hatte David D. eine Persönlichkeitsstörung attestiert. Der Strafkammer galt er trotzdem als voll schuldfähig. Die Staatsanwaltschaft nahm das Gutachten, Vorstrafen eingeschlossen, zum Anlass, Wiederholungsgefahr zu vermuten, und forderte drei Jahre und zwei Monate Gefängnis. Verteidiger Holger Kleine-Tebbe drang nicht mit seinem Wunsch durch, D. nur wegen Diebstahls in besonders schweren Fällen zu verurteilen. Ein Jahr und zwei Monate schwebten ihm vor. Das Gutachten sei fehlerhaft und einseitig ausgefallen.

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