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Landstreicher hinterlässt in Hannover Schuhe und 50 Euro

Bothfeld Landstreicher hinterlässt in Hannover Schuhe und 50 Euro

Ein Rentner aus Hannover-Bothfeld hat einen Landstreicher in seinem Garten ertappt und vertrieben. Jetzt hat der 74-Jährige unfreiwillig ein gutes Paar Schuhe und 50 Euro mehr – aber auch ein schlechtes Gewissen.

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Diese Schuhe hat der Obdachlose vor der Gartenlaube zurückgelassen.

Quelle: Insa Catherine Hagemann

Manchmal hat man nichts falsch gemacht, und trotzdem plagt einen ein schlechtes Gewissen. So geht es einem 74-Jährigen aus Bothfeld. Er besitzt Geld, das einem Obdachlosen gehört, und weiß jetzt nicht, wohin damit. „Ich kann das doch nicht einfach verjubeln“, sagt der Ruheständler.

Als der Rentner kürzlich an einem Abend mit seiner Frau aus dem Urlaub wiederkam, da sah sie Feuerschein am überdachten Grillplatz im Garten. „Deine Grillhütte brennt“, rief seine Frau erschrocken. Doch der Bothfelder, der eilig in den Garten lief, fand etwas anderes vor. Ein Stadtstreicher hatte sich zum Wärmen ein Feuer entzündet, Decken und Felle auf dem Boden ausgebreitet und es sich gemütlich gemacht. „Ich habe ihn angeschrien, dass er abhauen soll“, sagt der Hauseigentümer.

Mitte 30 sei der Mann gewesen, dunkelhaarig, wohl ein Ostdeutscher, ordentlich gekleidet. Der Ertappte habe erstaunlich gelassen reagiert. „Ich gehe hier öfter mal spazieren“, soll er gesagt haben, und auf die Drohung, dass man die Polizei holen werde, habe er nur geantwortet: „Machen Sie mal – die kennen mich schon.“ Als er schließlich doch ging, fiel dem Rentner noch auf, dass der Mann barfuß war. Doch dabei dachte er sich noch nichts.

Am nächsten Tag, als er in der Grillhütte nach möglichen Schäden sehen wollte, fand er außer etwas Tabak auch ein paar Schuhe. Gute Schuhe, sagt er: „Die haben richtig Qualität.“ Und als er sie für den Stadtstreicher an den Straßenrand stellen wollte, da fand er im Inneren einen 50-Euro-Schein vor. „Jetzt habe ich ein richtig schlechtes Gefühl“, sagt der Bothfelder: „Solch eine Summe wird für den Mann doch wirklich wichtig sein.“ Bei der Polizei aber konnte mit der vagen Personenbeschreibung keiner etwas anfangen.

Joachim Teuber, Sozialarbeiter im Wohnungslosentreff Mecki am Raschplatz, findet die Geschichte ungewöhnlich. „Eigentlich dringen Wohnungslose nicht in die Privatsphäre anderer ein“, sagt er. „Sie sind es ja gewohnt, dass sie überall weggejagt werden.“ Eine Möglichkeit, die Schuhe und das Geld zurückzugeben, sieht er kaum: „Wir können einen Aushang machen – aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich der ehrliche Besitzer meldet, ist gering.“

Für den 74-jährigen Bothfelder bleibt ein flaues Gefühl: „Ich hoffe, dass ich den Mann nicht zu sehr angeschrien habe“, sagt er, „aber wer kann denn ahnen, dass der seine Schuhe vergisst.“ Er will das Geld, wenn sich niemand im Mecki meldet, an das Kultur- und Sozialwerk seiner Freimaurerloge spenden. „So kommt es allen bedürftigen Kindern Hannovers zugute“, sagt er.

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