Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Landtag gewinnt erste Etappe gegen Baufirma
Hannover Aus der Stadt Landtag gewinnt erste Etappe gegen Baufirma
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 10.03.2017
Von Conrad von Meding
Landtagspräsident Busemann und Finanzminister Schneider. Foto: dpa Quelle: Holger Hollemann
Hannover

Die Firma zog ihre Beschwerde gegen ihren Ausschluss von der Neuvergabe zurück. Sie hatte im Sommer, als sie mit den Arbeiten erheblich im Rückstand war, angeboten, mehr Personal zu schicken - wenn das Land zusätzlich 720 000 Euro zahlt. Das Land wollte sich nicht erpressen lassen, feuerte die Firma und versagte ihr den Folgeauftrag.

69 Behinderungen am Bau

Vergeblich argumentierten Vertreter der Firma Bilfinger Wolfferts Gebäudetechnik im Gerichtssaal, dass die Landtagsbaustelle katastrophal organisiert gewesen sei und es deshalb zu Verzögerungen kam. 69 sogenannte Behinderungsanzeigen hatte Bauleiter Uwe Klawitter dokumentiert: Teils sei es zu mehrtägigen Verzögerungen gekommen, weil Umplanungen bei anderen Gewerken ein Weiterarbeiten an der Lüftungstechnik unmöglich gemacht hätten. Matthias Wiese, Vorsitzender Richter des Vergabesenats, schloss nicht aus, dass diese Probleme bei einer Schadenersatzklage gegen das Land wichtig werden könnten. Aktuell aber ging es darum, ob das Land bei der Neuvergabe der Restarbeiten die bisherige Firma ausschließen durfte - das setzt Belege für erhebliche Verfehlungen und ein stark gestörtes Vertrauensverhältnis voraus.

Tatsächlich gibt es kuriose Ungereimtheiten. Die Firma hatte ursprüngliche 12 502 Arbeitsstunden für die Klima- und Lüftungstechnik kalkuliert. Auf der Grundlage ergab sich ein Preis, mit dem sie den Zuschlag bei der ersten Vergabe bekommen hatte. Als das Land nach dem Rauswurf den Auftrag neu ausschrieb, kalkulierte die Firma für die Restarbeiten mit 13 000 Arbeitsstunden - obwohl sie schon gut 9000 Stunden gearbeitet hatte. Mitbewerber Kauscher aus Papenburg, der jetzt den Zuschlag erhalten hat, setzte sogar 20 000 Arbeitsstunden an. Der Anwalt des Landes, Alexander Kus, deutete den Verdacht an: Bilfinger Wolfferts schreibe absurd billige Angebote und versuche dann, Nachschläge auszuhandeln, damit es am Bau weitergeht.

Nur vier Mann am Werk

Schon zu Beginn hatte es Probleme gegeben. Bilfinger Wolfferts hatte zu Arbeitsbeginn mitgeteilt, man habe Personalmangel und wollte den Auftrag daher an eine slowenische Firma weitergeben. Damit war das Land nicht glücklich - das Unternehmen setze die Slowenen schließlich als Leiharbeiter ein. Nur vier Mitarbeiter waren überhaupt auf der Baustelle. Um später den Zeitverzug aufzuholen, wären 18 nötig gewesen.

Nach zwei Verhandlungsstunden zog Anwalt Prof. Frank Niebuhr die Klage zwar zurück. Offen bleibt aber, wie gut die Karten im Schadenersatzprozess gegen das Land sein werden. Richter Wiese prophezeite einen „jahrelangen Prozess“ mit Sachverständigen - und hohem Millionenrisiko für das Land.

Aus der Stadt Regionsversammlung berät Etat - Milliardenhaushalt für 2017 zugestimmt

Mit den Stimmen der großen Koalition aus SPD und CDU hat die Regionsversammlung am Dienstagnachmittag dem Regionshaushalt für dieses Jahr zugestimmt. Eine muntere Debatte war der Abstimmung über den Etat in Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro vorausgegangen.

Mathias Klein 10.03.2017

Die Feuerwehr hat am Dienstagmorgen in Hannover einen 43-Jährigen aus der Leine gerettet. Der Mann war nahe der Arbeitsagentur in den Fluss gefallen. Die Rettungskräfte mussten ihn aus dem Wasser ziehen und ins Krankenhaus bringen.

07.03.2017
Aus der Stadt Stromtrasse durch die Region Hannover - Hier soll die Südlink-Trasse verlaufen

Die Stromautobahn Südlink soll durch den Osten der Region Hannover über Gebiete der Stadt Burgdorf und der Gemeinde Uetze verlaufen. Eine Westvariante von Neustadt aus über das Deistervorland Richtung Springe wäre damit vom Tisch.

Bernd Haase 07.03.2017