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Hier entdecken die Hannoveraner ihren Landtag

Landtagsbesichtigung Hier entdecken die Hannoveraner ihren Landtag

Am Sonnabend sind Tausende zur Besichtigung des neuen Landtags geströmt – und waren zufrieden mit dem neuen Bau hinter alten Mauern. Mittendrin steht Landtagspräsidentin Gabriele Andretta. 

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Gabriele Andretta erklärt den  Besuchern den neuen Landtag.
 

Quelle: dpa

Hannover. Wolfgang Haase ist ein bisschen aufgeregt. „Schau mal, da ist die Präsidentin“, sagt der 81-Jährige zu seiner Lebensgefährtin Edith Wollhausen. „Wir wollten uns unbedingt mal das Gebäude selbst anschauen“, berichtet der Hannoveraner. „Wenn man zu Plenarsitzungen rein will, muss man immer so lange warten“, sagt er. Dass sie jetzt gleich auch noch Landtagspräsidentin Gabriele Andretta entdecken, wie sie Besuchern den Bau erklärt, steigert seine Laune. Das Paar verbindet sein wöchentliches Ritual mit Schinkenbrötchen und Cappuccino in der Markthalle mit dem Besichtigungstag am Landtag am Sonnabend.

In Scharen strömen die Menschen in das im Innern komplett umgebaute Gebäude. Gezählt hat niemand, es werden mehrere tausend Besucher gewesen sein. Im vergangenen Oktober hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Landtag eröffnet, nachdem das Gebäude zuvor fast vier Jahre komplett entkernt und saniert worden war. An diesem Sonnabend können die Bürger kommen. Und mittendrin steht Landtagspräsidentin Andretta. Sie schüttelt Hände, sie redet mit den Menschen, erklärt – wie rund 80 Mitarbeiter der Landtagsverwaltung – bei den Besichtigungen den neuen Bau. 

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Zahlreiche Besucher besichtigen runderneuerten Landtag beim Tag der offenen Tür. 

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„Ich war von Anfang an gegen einen kompletten Neubau und für die Neugestaltung hinter den alten Mauern“, berichtet die SPD-Politikerin, auffällig im roten Blazer gekleidet. „Es ist gut gelungen, den Geist des Baus von Architekt Oesterlen zu erhalten und trotzdem eine neue Atmosphäre zu schaffen“, erklärt sie in der Eingangshalle einer Gruppe von Besuchern, darunter auch Wolfgang Haase und Edith Wollhausen. Zudem komme durch die Neugestaltung die sogenannte Niedersachsentreppe besser zur Geltung, die an die Giebel niedersächsischer Bauernhäuser erinnere. 

Andretta ist der Stolz anzusehen. Und sie vermittelt das auch den Besuchern. „Ich finde, der Bau ist gelungen“, sagt sie. Das sehen auch Haase und Wollhausen so, vor allem als die beiden auf der Besuchertribüne stehen und hinunter in den Plenarsaal blicken. „Schau mal“, sagt Haase zu seiner Lebensgefährtin. „Hier kannst du von draußen sehen, wenn die hier drinnen sitzen.“ Und er zeigt auf die großen Fenster hinter der Regierungsbank. 

Und dann lassen die beiden sich erklären, wo welche Fraktion sitzt. An den alten Plenarsaal hat Haase nicht unbedingt die besten Erinnerungen. „Ich war schon mal hier“, berichtet er. Das sei für ihn als politischer Laie zwar interessant gewesen, aber das Benehmen hat ihn ein wenig erstaunt. „Ich hätte mehr Disziplin erwartet, aber die Politiker haben sich ganz schön beschimpft“, sagt Haase. 

Der 81-Jährige interessiert sich auch dafür, ob die Abgeordneten in ihren Fraktionsbereichen feste Plätze haben. „Klar“, sagt Christian Wefelmeier von der Landtagsverwaltung. Das sei mit kleinen Namensschildern an den Tischen nach Wichtigkeit geordnet, erläutert er. Nicht umsonst gebe es den Begriff “Hinterbänkler“. 

„Man will ja sehen, wo das ganze Geld geblieben ist“, sagt Haase nach der Besichtigungstour. Zuerst habe er gedacht, dass für den letztendlich 58,2 Millionen teuren Umbau auch viele Kindergärten gebaut und Schulen saniert werden könnten. „Aber ich bin dem Ergebnis sehr zufrieden“, meint er. Und seine Lebensgefährtin Wolthausen lobt die „helle und freundliche Atmosphäre“. 

Unten im Plenarsaal sind die Bänke abgesperrt. Es gibt aber eine Ausnahme: Zwei Mitarbeiterinnen der Firma Wilkhahn sind gekommen. Die beiden hatten an den Stühlen mitgenäht und dürfen sich für ein Foto kurz auf zwei Parlamentarierplätze setzen. 

Währenddessen interessiert sich Haase auch für Details. Er klopft an die Wände, um festzustellen, welches Material verbaut wurde und fragt, wer die Ledersessel außerhalb des Plenarsaals benutzen darf. Ihren Lieblingsplatz entdecken Haase und Wellhausen am Treppenhaus, an einem großen Fenster zur Leine. „Das ist der schönste Platz im ganzen Raum“, sagt der 81-Jährige. Wenn ich Politiker wäre, würde ich mir hier einen Stuhl hinstellen.“

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