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Vahrenwalder Räuber bereut seine Taten unter Tränen

Siebeinhalb Jahre Haft Vahrenwalder Räuber bereut seine Taten unter Tränen

Er beging sechs Überfälle in Vahrenwald, dabei wurden die Apothekerinnen eines Ladens am Jahnplatz allein dreimal mit dem messerschwingenden Kapuzenmann konfrontiert. Der 48-jährige Handwerker wurde jetzt zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. 

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Entschuldigung unter Tränen: Der Angeklagte Torsten D. zeigte vor Gericht glaubhafte Reue. 

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Das Landgericht Hannover verurteilte den 48-jährigen Torsten D. wegen schwerer räuberischer Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren; einen Teil dieser Zeit wird der Täter in einer Entziehungsanstalt verbringen. Die Staatsanwaltschaft hatte siebeneinhalb Jahre Haft, Verteidiger Holger Nitz fünfeinhalb Jahre gefordert. Renata Bürgel, Vorsitzende Richterin der 3. Großen Strafkammer, sprach bei der Urteilsbegründung von einem „Fall, der aus dem Rahmen fällt“.

Frau und Arbeit verloren

47 Jahre führte der Handwerker, der selbst im Herzen von Vahrenwald wohnte, ein gutbürgerliches Leben, ohne jegliche Vorstrafen. Er war ein fleißiger Arbeiter, leistete viele Überstunden, bis er sich zunehmend überfordert fühlte - und ihn seine Frau verließ. Dies stürzte Torsten D. in eine tiefe Krise, er begann, Alkohol und Kokain zu konsumieren. Was folgte, waren der Verlust des Arbeitsplatzes, Depressionen, Schulden. In dieser Situation, es war Anfang November 2016, begann D., Geschäfte in seiner Nachbarschaft zu überfallen.

Der erste Raub galt einem Kiosk am Jahnplatz, der Täter hatte Drogen konsumiert, um seine Hemmungen zu verlieren. Das Fleischmesser, mit dessen Hilfe der Mann mit dem Kapuzenpulli Geld von seinen Opfern forderte, hatte eine Klingenlänge von 20 Zentimetern. Beim ersten Überfall erbeutete D. 2200 Euro. Die 21-jährige Aushilfe, die damals hinter dem Tresen stand, leidet bis heute unter Schlafstörungen.

Insgesamt 4450 Euro erbeutet

Im Verlauf weniger Wochen überfiel der Täter eine Tankstelle in der Melanchthonstraße, einen Schreibwarenladen in der Guts-Muths-Straße sowie eine Apotheke am Jahnplatz. Im Laufe des Prozesses stellte sich heraus, dass die Männer in Tankstelle und Lotto-Laden den Überfall psychisch einigermaßen verkraftet haben, während die Apothekerinnen bis heute unter den Folgen leiden. So ist eine von ihnen immer noch in psychotherapeutischer Behandlung.

Im Dezember begab sich D. in eine Reha-Klinik, um seine Depressionen behandeln zu lassen. Doch kurz vor der Entlassung erlitt er einen Unfall, musste seine Pläne für einen Neustart ins Arbeitsleben begraben. Was folgte, waren im Februar 2017 die zwei nächsten Überfälle auf die Apotheke am Jahnplatz. Am Vortag der letzten Tat hatte die Chefin eine Kamera in ihrem Geschäft installiert. Die auf diesen Aufnahmen fußende öffentliche Fahndung führte schließlich zur Festnahme des in der Nachbarschaft wohnenden Räubers. Der leicht hinkende D. gab sofort zu, die Apotheke dreimal ausgeraubt zu haben - und bekannte sich auch zu den drei vorherigen Taten, die man ihm möglicherweise gar nicht hätte nachweisen können. Erbeutet hatte er insgesamt nur 4450 Euro.

Die Kammer verurteilte D. wegen sechsfacher räuberischer Erpressung in minderschweren Fällen. Die Folgen der Tat, das stellte Richterin Bürgel klar, seien für viele der Opfer „massiv“ gewesen. Für den Angeklagten aber hätten sein bis vor Kurzem untadeliges Leben, sein umfassendes Geständnis und seine glaubhafte Reue gesprochen. So hatte sich Torsten D. im Gerichtssaal unter Tränen bei den Überfallenen entschuldigt. „Ich habe schon lange niemanden mehr erlebt“, meinte auch Verteidiger Nitz, „der wegen seiner Taten und ihrer Auswirkungen auf die Opfer so verzweifelt war.“

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