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Ziehen Studenten bald in leere Flüchtlingsheime?

Wohnungsmangel Ziehen Studenten bald in leere Flüchtlingsheime?

Mehrere Bürgermeister von Umlandgemeinden haben dem Studentenwerk Hannover jetzt leer stehende Flüchtlingswohnheime angeboten. Damit, so ihr Vorschlag, könnte dem gegenwärtigen Mangel an Unterkünften für Studenten begegnet werden.

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Leerstehende Flüchtlingsunterkünfte wie die in Kirchdorf könnten von Studenten genutzt werden.

Quelle: Kannegießer

Hannover. Zu den Objekten, die die Städte unter Vermittlung der Regionsverwaltung angeboten haben, gehören frisch fertiggestellte Wohnheime sowie Wohnungen, die Kommunen längerfristig für Flüchtlinge angemietet haben.

„Wir freuen uns natürlich sehr über diese Angebote, aber wir müssen wirklich prüfen, ob das machbar ist“, sagt Eberhard Hoffmann, Leiter des Studentenwerks Hannover. Es gehe um eine Zwischenlösung, die keinesfalls den Bau neuer hochschulnaher Studentenwohnheime in Hannover entbehrlich mache.

Ab dieser Woche wollen sich Fachleute die Gebäude zügig ansehen. Der Verwaltungsausschuss des Studentenwerks hat die Prüfung am Freitag befürwortet. Ob die Unterkünfte als eine Art Studentenwohnheim dienen können, macht Hoffmann an Kriterien wie Ausstattung, Internetanschluss, Möblierung, Nähe zum nächsten Supermarkt und Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr fest.

Als ein Manko dürfte sich die Randlage vieler Gebäude erweisen. Je nach Kommune bräuchten die Studenten wohl 40 Minuten bis mehr als eine Stunde, bis sie mit Bus und Bahn zumindest in die Nähe einer der Hochschulen gelangen. „Lieber wären mir Angebote im Stadtgebiet Hannover“, räumt Hoffmann ein. „Gerade ausländische Studenten brauchen die Nähe zur Hochschule, um in Kontakt mit deutschen Mitstudenten zu kommen.“

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Mangel an Studentenwohnungen: Leere Flüchtlingsheime könnten Platz für Studenten bieten. Eine gute Idee?

Zu den angebotenen Objekten gehören ein Neubau mit Gruppenwohnungen in Barsinghausen-Kirchdorf, ein neues Flüchtlingswohnheim in der Seestraße in Isernhagen, außerdem Zimmer in einem anderen Gebäude der Kommune. In Ronnenberg-Empelde geht es um Wohnungen der Kreissiedlungsgesellschaft, in Langenhagen um Zimmer in einem Haus in der Ziegeleistraße.

Hoffmann dämpft aber bereits Erwartungen, das Studentenwerk werde den Kommunen ihre überschüssigen Immobilien dauerhaft abnehmen. „Ich kann nicht eine ganze Häuserreihe komplett mieten, sondern nur den Raum, den wir konkret belegen können.“ Und vermieten kann das Studentenwerk Wohnungen nur, wenn sich auch Studenten dafür finden. Die Mitarbeiter in der Zimmervermittlung wollen deshalb diese Woche per E-Mail das Interesse der jungen Leute, die bisher leer ausgegangen sind, an einem Zimmer im Umland abfragen.

Aktuell hat das Studentenwerk auf seiner Warteliste für einen Platz im Studentenwohnheim noch über 2000 Anwärter registriert. 450 Interessenten haben einen deutschen Pass. Das Gros der Studenten, die auf eine preiswerte Unterkunft hoffen, ist aus dem Ausland zum Studium nach Hannover gekommen, darunter vor allem Chinesen, Iraner und Tunesier, die meist mathematisch-technisch ausgerichtete Fächer belegt haben.

Neben dem Studentenwerk versuchen auch die internationalen Büros an der Leibniz Universität und der Hochschule Hannover, ausländischen Studenten bei der Zimmersuche zu helfen. Rund 30 bis 50 Studenten kommen aktuell in jede Sprechstunde der Einrichtungen, teilweise mit Koffer in der Hand. „Das lässt unsere Mitarbeiter darauf schließen, dass diese Studenten nichts auch nur halbwegs Dauerhaftes gefunden haben“, berichtet Hoffmann.

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