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Leerstand: Wollte MHH Planungspannen vertuschen?

Mangelnde Stromversorgung Leerstand: Wollte MHH Planungspannen vertuschen?

Seit zwei Jahren steht ein Neubau des MHH-Laborgebäudes leer, weil die Stromversorgung unzureichend ist. Wegen der Planungsfehler gerät jetzt der MM-Vizepräsident Andreas Tecklenburg in die Kritik - er wollte die Schließung wohl noch mit allen Mitteln verhindern.

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Steht in der Kritik: Andreas Tecklenburg.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Im Fall des auch wegen einer unzureichenden Stromversorgung seit zwei Jahren leer stehenden Neubaus des MHH-Laborgebäudes gerät jetzt Vizepräsident Andreas Tecklenburg in die Kritik. Als in der MHH kurz vor der Fertigstellung die Planungsfehler durchsickerten, wollte Tecklenburg offenbar noch mit allen Mitteln verhindern, dass das Gebäude zunächst leer stehen muss. Das geht aus einer der HAZ vorliegenden Mail an MHH-Klinikchefs vom März 2014 hervor.

Reichen 15 Minuten Notstrom?

In der Mail von Tecklenburg heißt es wörtlich: „Guten Tag, in den vergangenen Tagen bekam ich die Information, dass es zu Verzögerungen in der Fertigstellung kommen wird, weil es angeblich keine ausreichende Notstromversorgung geben soll. Nach meinem Kenntnisstand ist das Gebäude so ausgelegt, dass nach einem Stromausfall der ,normalen‘ Versorgung das Gebäude noch für 15 Minuten batteriegepuffert wird.“ Weiter schreibt Tecklenburg: „Das ist aus meiner Sicht vollkommen ausreichend.“ Weitere medizinische Analysen sollten bei Stromausfall nach Tecklenburgs Auffassung stattdessen mit anderen Geräten gemacht werden.

Diese Einschätzung wird von anderen Fachleuten nicht geteilt. Ausweichlösungen seien nicht für viele, schnelle und weitreichende Analysen geeignet, sondern nur für akute Notfälle. Außerdem hätte es rund vier Stunden gedauert, die eigentliche Laborstraße wieder in Betrieb zu nehmen. Weil nicht ausreichend Kühlkapazitäten eingeplant waren, hätte es offenbar auch Probleme mit der Aufbewahrung der noch nicht analysierten Blutproben gegeben. Im Zweifelsfall hätten diese bei den Patienten noch einmal neu genommen werden müssen. Das hätte weitreichende Folgen gehabt: Durch den Zeitverzug wären möglicherweise dringend notwendige Diagnosen aufgeschoben worden, Operationen hätten verschoben werden müssen.

Das Präsidium wusste überdies offenbar frühzeitig, dass die von der MHH geplante Finanzierung des Gebäudes allein über Personaleinsparungen nicht funktioniert. Das geht aus dem Protokoll einer Sitzung des MHH-Lenkungsausschusses für den Bau im Januar 2014 hervor. „Die Finanzierung des Gebäudes kann nach derzeitiger Planung nicht allein aus den Erlösen und den Einsparungen aus dem Gebäude erwirtschaftet werden. PM2 (Präsidiumsmitglied Tecklenburg; die Red.) erläutert, dass fehlende Mittel aus dem Gesamtbudget der MHH finanziert werden.“

Ministerium kamen Zweifel

Im Laufe des Jahres waren dem Wissenschaftsministerium offenbar Zweifel gekommen, ob die geplante Finanzierung funktioniert. Daher forderte das Ministerium ein „nachvollziehbares Refinanzierungskonzept“ und setzte der MHH dafür sogar eine Frist.

Der damalige kommissarische kaufmännische MHH-Vorstand Michael Born unterschrieb daraufhin die Finanzierungszusage. Born ist jetzt Personalgeschäftsführer beim Regionsklinikum.

„Verantwortlichkeit unklar“

Nach Lesart des zuständigen Wissenschaftsministeriums waren die Beteiligten bei der Planung des Laborgebäudes von Annahmen ausgegangen, die sich später als unzureichend herausgestellt hatten - unter anderem eben bei der Stromzufuhr. Das Ministerium hat bisher offengelassen, wer für die Fehlplanung verantwortlich ist: „Eine einseitige Verantwortlichkeit der Beteiligten, MHH und staatliches Baumanagement, kann nicht festgestellt werden“, hatte die zuständige Referatsleiterin bei einer Befragung im Haushaltsausschuss gesagt. Sie gestand ein, dass „vor Ort eine unzureichende Koordinierung“ stattgefunden habe.

Das Laborgebäude hat mehr als 30 Millionen Euro gekostet, es sollte eigentlich 2014 vom staatlichen Baumanagement an die MHH übergeben werden. Nachbesserungsarbeiten und Unterhaltskosten während des Leerstandes verursachen zusätzliche Kosten von 5 Millionen Euro. Weitere 1,5 Millionen Euro könnten durch Klagen beteiligter Baufirmen noch hinzukommen.

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