Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
MHH-Neubau "hätte nicht beginnen dürfen“

Niedersächsischer Landtag MHH-Neubau "hätte nicht beginnen dürfen“

Das neu gebaute und seit mehr als zwei Jahren leer stehende Laborgebäude der Medizinischen Hochschule (MHH) ist jetzt ein Fall für den Landtag. Am Montag ließen sich die Parlamentarier im Wissenschaftsausschuss von den zuständigen Ministerien darüber berichten. 

Voriger Artikel
Brauchen Schüler mehr Regeln?
Nächster Artikel
Projekt „iss dich fit!“ erhält weitere Spenden

Steht seit zwei Jahren leer – das neue Laborgebäude der MHH.

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Bei der Planung seien die Beteiligten von Annahmen ausgegangen, die sich später als unzureichend herausgestellt hatten – unter anderem zum Thema nötige Stromzufuhr. Die an der Planung Beteiligten, damit sind die Vertreter der MHH und des staatlichen Baumanagements gemeint, hätten diese Annahmen auch noch vertreten, als mit dem Bau begonnen wurde. Im Dezember 2013 habe sich die MHH dann nach einer Ausschreibung für ein bestimmtes Laborsystem entschieden. Für die Entscheidung zugunsten eines Laborsystems sei die MHH allein verantwortlich. Das Wissenschaftsministerium habe dann bei einer Baubesprechung im April 2014 erfahren, dass das georderte Laborsystem nicht zum fertiggestellten Bau passt. Das Ministerium ließ auch im Ausschuss offen, wer für die Fehlplanung verantwortlich ist: „Eine einseitige Verantwortlichkeit der Beteiligten, MHH und staatliches Baumanagement, kann nicht festgestellt werden“, sagte die Referatsleiterin. Ohne Details zu nennen, betonte Fiehe aber, dass „vor Ort eine unzureichende Koordinierung“ stattgefunden habe.

Der leer stehende Bau kostet den Steuerzahler pro Jahr 460.000 Euro, das teilte Fiehe am Montag im Ausschuss mit. Die Kosten werden vom Ministerium übernommen.

Das Laborgebäude hat mehr als 30 Millionen Euro gekostet, es sollte eigentlich 2014 vom staatlichen Baumanagement an die MHH übergeben werden. An dem Gebäude werden jetzt erhebliche zusätzliche Arbeiten nötig. Wie eine Vertreterin des für das staatliche Baumanagement zuständigen Finanzministeriums im Ausschuss berichtete, muss es erhebliche Nachbesserungen geben, um die Fehlplanungen zu beheben. Unter anderem müssen Lüftung und Kühlung eingebaut werden, die auch mit Notstrom betrieben werden können. Zudem muss die Leistung der Notstromversorgung erhöht werden. Aber auch die für das Gebäude vorgesehene Stromleistung ist nicht ausreichend und muss daher erhöht werden.

Kritik am Ministerium

Im Ausschuss gab es am Montag von der CDU Kritik am Wissenschaftsministerium. Es könne nicht sein, dass kein Verantwortlicher für die Misere gefunden werden könnte, meinte der Abgeordnete Jörg Hillmer. Die MHH solle demnächst eine Milliarde Euro erhalten, dann müssten Entscheidungsstrukturen klar sein, betonte er.

Einsparungen sollten Gebäude finanzieren

Die MHH wollte das Laborgebäude mit der Einsparung von Personalkosten refinanzieren. Mithilfe des neuen Labors plante das Präsidium, rund 48 Vollzeitkräfte gegenüber der vorherigen Personalbesetzung der Labore einzusparen, wie aus einem der HAZ vorliegenden Schreiben des Präsidiums an das Ministerium hervorgeht. Demnach entspricht das einer jährlichen Einsparung von 2,5 Millionen Euro, allerdings erst ab dem dritten Betriebsjahr, „da mit Anlaufschwierigkeiten und auslaufenden Verträgen zu rechnen ist“. Zudem sollten Sachmittel in Höhe von insgesamt 4,5 Millionen Euro in fünf Jahren eingespart werden. Der Brief ist mit „Erläuterungen zur Refinanzierung“ überschrieben.
Auffällig ist die Datierung des Schreibens: 14. Oktober 2014 – da war das Gebäude gebaut, und seit Monaten war klar, dass der Bau zunächst nicht in Betrieb gehen kann. Aber erst jetzt erläutert die MHH dem Ministerium die Finanzierung des Labors.      

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Debatte um MHH-Bauprojekte
„Erhebliche Reibungsverluste“: Auch der MHH-Laborbau hatte zuletzt für Wirbel gesorgt.

Die Baufehlplanungen an der Medizinischen Hochschule (MHH) werden jetzt auch vom Landesrechnungshof scharf kritisiert. Die unabhängigen Rechnungsprüfer fordern, dass eine eigene Bau- und Betriebsgesellschaft bei den geplanten Hochschulbauten die Bauleitung übernimmt. Zudem schlagen sie einen anderen Standort für das Zentralklinikum vor.

mehr
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

Anfang Juli heiratete Ernst August Erbprinz von Hannover Ekaterina Malysheva. Auf unserer Themenseite finden Sie Bilder, Videos und Berichte zur Promi-Hochzeit des Jahres in Hannover.

So schön ist der neue Landtag

Hell, modern, funktional: Das ist Niedersachsens Landtag nach seiner millionenteuren Runderneuerung.