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Lehrerin will nicht zurück in den Staatsdienst

Mira-Lobe-Schule Lehrerin will nicht zurück in den Staatsdienst

Wegen des Lehrermangels sollte Monika Ueberscha, die eigentlich an der privaten Mira-Lobe-Schule arbeitet, zurück in den Staatsdienst gehen. Um weiter an der Privatschule arbeiten zu können, hat sie nun ihr Beamtenverhältnis gekündigt und bekommt Rückendeckung von anderen Lehrern und Eltern.

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Lehrerin Monika Ueberschar gibt ihren Beamtenstatus auf, weil sie das Land nicht länger abordnen wollte. 

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Der Lehrermangel in Niedersachsen hätte die erste inklusive Grundschule des Landes fast einen ihrer pädagogischen Grundpfeiler gekostet. Monika Ueberschar hatte die Mira-Lobe-Schule, die von der Diakovere Annastift Leben und Lernen GmbH betrieben wird, seit 2012 mitaufgebaut, ist seitdem regelmäßig Klassenlehrerin in den Klassen, in denen vier Jahrgänge gemeinsam unterrichtet werden. Zuvor hatte sie an der Grundschule In der Steinbreite unterrichtet. Vom Staatsdienst war sie unter Fortzahlung der Bezüge seitdem beurlaubt worden. Das Schulgesetz sieht diese Regelung für die Abordnung an private Förderschulen ausdrücklich vor. Wenn das Land die Kosten für die Lehrerin an der Privatschule übernimmt, wird die staatliche Finanzhilfe verringert.

Zum neuen Schuljahr wollte das Land Monika Ueberschar zurück in den Staatsdienst holen. An Grund-, Haupt- und Realschulen fehlen Hunderte Lehrkräfte. „Die Sicherung der Unterrichtsversorgung an den öffentlichen Schulen hat oberste Priorität“, sagt Bianca Schöneich, Sprecherin der Landesschulbehörde.

Christian Riedel, Vater von zwei Töchtern (sieben und zehn Jahre alt) an der einzügigen Mira-Lobe-Schule, kann die Argumentation nicht so recht verstehen. „Für uns ist Frau Ueberschar ganz wichtig, sie ist eine von nur vier Klassenlehrerinnen für unsere vier Klassen, für das Land ist sie doch nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein.“ Zudem habe sich die Landesschulbehörde mit der Entscheidung monatelang Zeit gelassen.

Schon zu Beginn des Jahres hatte Monika Ueberschar beantragt, weiter beurlaubt zu werden - jetzt aber ohne Fortzahlung der Bezüge. „Wir hatten gehofft, dass dem stattgegeben wird“, sagt Schulleiterin Susanne Röber. Die Landesschulbehörde ließ sich aber monatelang Zeit mit der Entscheidung. Erst in den Sommerferien kam die Mitteilung, dass Monika Ueberschar wieder an eine staatliche Grundschule zurück soll. Die Nachricht kam Feitagmittag, bis Montag sollte sie sich eine von vier möglichen Grundschulen in Hannover aussuchen. „Man kann doch den Kindern nicht einfach nach den Ferien sagen, eure Lehrerin ist jetzt weg“, ärgert sich Vater Riedel. „Sie hätte sich gar nicht verabschieden können.“ Monika Ueberschar verweist darauf, dass es für einige ihrer Schüler aufgrund schlechter Erfahrungen schwer sei, überhaupt Bindungen aufzubauen. „Einfach weg zu sein wäre für diese Kinder ein riesiger Vertrauensbruch gewesen, das ging nicht.“

Die 52-Jährige hat nun ihr Beamtenverhältnis aufgekündigt. Finanzielle Verluste nimmt sie in Kauf. Die Arbeitszufriedenheit und Verbindung zu den Kindern an der Mira-Lobe-Schule seien ihr wichtiger als der sichere Beamtenstatus, sagt sie.

Die Entlassungsurkunde kam binnen weniger Tage. Da war das Land plötzlich ganz schnell.

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