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Den Berufsschulen fehlen viele Lehrer

"Historischer Tiefstand" Den Berufsschulen fehlen viele Lehrer

Die CDU bemängelt die Unterrichtsversorgung an den Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen und spricht von einem Unding. Auf dem Markt fehle es an Lehrern, klagen Schulleiter. Das Kultusministerium hält dagegen – schließlich sei ein Rekordwert an Neueinstellungen erreicht worden.

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Der Lehrermangel an Berufsbildenden Schulen führt zu Unterrichtsausfall.

Quelle: dpa

Hannover. Die Unterrichtsversorgung an den 139 Berufsbildenden Schulen im Land ist schlecht – laut CDU so schlecht wie nie. Extrem ist die Lage demnach an mehr als der Hälfte der zwölf Schulen im Stadtgebiet Hannover. Im Schuljahr 2014/15 lag die Unterrichtsversorgung an den BBSen in Niedersachsen rein rechnerisch nach Angaben der CDU nur bei 88,9 Prozent. Union-Bildungsexperte Kai Seefried spricht von einem „historischen Tiefstand“.

In der Unterrichtsversorgung werden die Stunden, die eine Schule geben muss, den erteilten Lehrerstunden gegenübergestellt. Ausfälle durch Krankheiten und Schwangerschaften sind nicht miteingerechnet. Landeselternratsvorsitzender Stefan Bredehöft kritisiert, dass die BBSen seit Langem schlecht versorgt seien.

In Hannover kamen sieben Schulen zum Stichtag am 15. November 2014 auf einen Wert von 86 Prozent oder weniger, während der Spitzenreiter BBS 2 sogar eine Traumquote von 101,3 Prozent erreichte. Besonders dramatisch ist dagegen die Lage an der BBS 11, wo die Quote nur bei 81,4 Prozent lag. „Uns fehlen seit Jahren die Fachlehrer“, sagt Schulleiter Dieter Klinger. Ob ein Pädagoge für Deutsch und Englisch oder für Wirtschaft gesucht werde – oft gebe es nur wenige oder keine Bewerber: „Der Markt ist leer gefegt.“ Ähnliche Sorgen hat Harald Meier von der BBS 3, der nur mit Mühe Berufsschullehrer für Metall- und Versorgungstechnik findet. Zwar bemühe sich das Land, mit Quereinsteigern die Lücken zu schließen. Aber dies sei schwierig.

546 neue Lehrer eingestellt

Auch an beruflichen Gymnasien müssen Lehrer seit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg nur noch 23,5 statt 24,5 Wochenstunden unterrichten, allerdings nur, wenn sie mehr als 50 Prozent ihrer Lehrtätigkeit am Gymnasium haben. Viele Lehrer sind an verschiedenen Schulformen eingesetzt, die die BBS unter einem Dach vereint. Schulleiter Klinger findet das ungerecht: „Wer Deutsch-Abiturklausuren korrigieren muss, ist am beruflichen Gymnasium genauso belastet wie an einem anderen Gymnasium.“ Durch die Herabsetzung der Pflichtstundenzahl fehle an der BBS 11 eine halbe Stelle.

Doch während es an den allgemeinbildenden Gymnasien nach dem OVG-Urteil neue Stellen gab, müssen die BBSen die Lücke (landesweit rund 50 Stellen) mit Bordmitteln schließen. „Ein Unding“, findet CDU-Experte Seefried. Und ein weiterer Beleg dafür, dass bei Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) Reden und Handeln auseinanderklafften. Sie schmiede öffentlichkeitswirksam ein „Bündnis für duale Ausbildung“, plane aber, 2016 und 2017 an den Berufsschulen jeweils 120 Stellen zu streichen, obwohl dort – neben den genannten 50 – insgesamt Hunderte Pädagogen fehlten.

Das Ministerium weist die Kritik zurück. Seitdem das Land die offenen Stellen zentral vergebe und nicht mehr die einzelnen Schulen, habe sich die Lage verbessert. 2014 seien insgesamt 546 neue Pädagogen eingestellt worden. Dies sei ein Rekordwert, hieß es.

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