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Hannovers Adressbücher sind jetzt online

Historische Quellen Hannovers Adressbücher sind jetzt online

Für Familienforscher sind sie ein echter Schatz - doch Hannovers alte Adressbücher zerfallen, im Stadtarchiv waren sie zuletzt teils für Benutzer gesperrt. Dank eines groß angelegten Projekts sind sie jetzt online einsehbar.

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Einblicke in Hannovers Historie: Cornelia Regin, Anne May und Michael Heinrich Schormann (v.l.) stellten das Digitalprojekt in der Leibniz-Bibliothek vor.

Quelle: Benne

Hannover. Es riecht nach altem Papier, wenn man den Band aufschlägt. Die Seiten sind brüchig: "Sie zerfallen buchstäblich unter den Händen", sagt Cornelia Regin, Leiterin des Stadtarchivs. Im 19. Jahrhundert verwendeten Buchdrucker oft säurehaltiges Papier, das sich heute allmählich zersetzt. Unser geschichtliches Gedächtnis zerbröselt: Teils mussten Hannovers historische Adressbücher daher schon vor Jahren für Benutzer gesperrt werden - zum Leidwesen zahlreicher Hobbyforscher.

In einem groß angelegten Projekt haben Stadtarchiv und Leibniz-Bibliothek jetzt 168 Bände digitalisiert - und damit einen Schatz der Stadtgeschichte wieder zugänglich gemacht. "Wer sich mit Familienforschung beschäftigt, kommt an Adressbüchern nicht vorbei - sie gehören zu den meistgenutzten Bänden in Bibliotheken und Archiven", sagt Anne May, Direktorin der Leibniz-Bibliothek.

Von 1798 bis 2004 erschienen in Hannover fast in jedem Jahr neue Ausgaben des Adressbuches. Die meisten der bis 1943 veröffentlichten Bände sind über die Homepage der Leibniz-Bibliothek unter www.gwlb.de jetzt einsehbar. "Es ist wichtig, diese kulturhistorischen Quellen zugänglich zu machen", sagt Michael Heinrich Schormann von der VGH-Stiftung, die das groß angelegte Digitalisierungsprojekt mit 30 000 Euro unterstützt hat. In anderen Städten sind längst auch Quellen wie standesamtliche Unterlagen schon online einsehbar.

Die alten Adressbücher enthalten nicht nur Namen und Anschriften von Privatpersonen, sondern auch Daten zu Handwerksbetrieben und Behörden sowie Theaterpläne und Fahrpreise für die Eisenbahn. Beim Stöbern in den Online-Bänden lässt sich beispielsweise entdecken, was der Transport eines Pferdes per Bahn anno 1847 kostete - der Preis wurde per Meile berechnet und hing auch davon ab, ob das Pferd erster oder zweiter Classe reiste.

Über die Jahrhunderte wurden die Bände immer voluminöser: Wog das Adressbuch von 1841 nur 251 Gramm, brachte der Band von 1991 schon 3,5 Kilogramm auf die Waage. "Die Bände bieten spannende Einblicke in Hannovers Geschichte", sagte Regin bei der Präsentation des Digitalprojektes in der Leibniz-Bibliothek - um eine Warnung hinterher zu schicken: "Die Lektüre kann schnell süchtig machen - und sie ist uferlos."

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