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Aus der Stadt Leibniz-Keks gegen Spende: Polizei prüft versuchte Erpressung
Hannover Aus der Stadt Leibniz-Keks gegen Spende: Polizei prüft versuchte Erpressung
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09:51 30.01.2013
In der HAZ-Redaktion traf am Dienstagvormittag ein „Erpresserbrief“ ein, dem ein Foto beigefügt war: Darauf hält eine Person im Krümelmonster-Kostüm den goldenen Keks in den Händen. Quelle: Thomas
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Hannover

Die HAZ-Redaktion hat den absenderlosen Brief der Polizei übergeben. „Wir werden das Schreiben von unseren Experten auf Echtheit und Plausibilität untersuchen lassen“, sagte Sprecherin Jacobe Heers. Die Ermittler prüfen auch, ob es sich möglicherweise um eine versuchte Erpressung handeln könnte. Wie lange es dauert bis Ergebnisse vorliegen, könne sie noch nicht abschätzen. Über Urheberschaft und Ernsthaftigkeit des Schreibens will die Polizei derzeit nicht spekulieren. Doch bei der Polizei nimmt man die Angelegenheit nicht auf die leichte Schulter.

Das Kostüm auf dem Foto wird für den Karneval als Krümelmonsterverkleidung verkauft. Derartige Artikel sind in Internetshops erhältlich.

Die Forderungen des vermeintlichen Erpressers sind eher moderat: Wenn Bahlsen den symbolträchtigen Keks wiederhaben wolle, solle das Unternehmen alle Stationen im Kinderkrankenhaus auf der Bult (Hannover) mit Leibniz-Keksen versorgen. Hierbei bevorzuge er die Vollmilch-Variante. Überdies soll die zur Ermittlung des Täters ausgesetzte Belohnung  von 1000 Euro an das Tierheim Krähenwinkel in Langenhagen gespendet werden.

Die Drohung im Brief: Sollte Bahlsen auf die Forderung nicht eingehen, dann werde der vergoldete Keks „bei Oskar in der Tonne“ landen. Oskar ist eine weitere Figur aus der Kindersendung Sesamstraße. Unterschrieben ist der einseitige Text, der aus Zeitungspapier ausgeschnittenen und anschließend aufgeklebten Buchstaben besteht, mit dem Wort Krümelmonster.

Ein weiterer Brief mit denselben Forderungen ist am Dienstagvormittag auch bei Bahlsen eingegangen. Die Rechtsabteilung des Unternehmens überprüft das Schreiben.  Eine Bahlsen-Sprecherin sagte, sie wisse nicht, ob der Brief echt sei. „Wenn ich diese Frage beantworten könnte, wäre ich schlauer als die Polizei“, erklärte sie und betonte: „Das Ganze ist keine Marketingaktion unseres Unternehmens, nie im Leben.“

Der vergoldete Keks, getragen von zwei Brezelmännern, hing mehr als hundert Jahre in fünf Metern Höhe an der Fassade des Bahlsen-Stammhauses in der List. Inzwischen haben sich Zeugen bei der Polizei gemeldet, die am Nachmittag des 11. Januar zwei Männer bemerkten, die sich an der Fassade zu schaffen machten. Firmenchef Werner Michael Bahlsen hat 1000 Euro Belohnung für die Wiederbeschaffung des Firmensymbols ausgesetzt.

Frank Westphal, Fotografenmeister vom Fotostudio Weckbrodt aus Hannover, hält das Foto des "Krümelmonsters" für echt. „Theoretisch könnte man so ein Bild auch am Computer zusammenmontieren. Aber in diesem Fall glaube ich nicht daran, dass jemand das gemacht hat.", sagte er. Wäre das Bild am Computer entstanden, hätte das Foto eine bessere Qualität, meint der Experte. "Ob der Keks auf dem Foto der goldene Bahlsen-Keks ist, weiß ich natürlich nicht", sagt Westphal. Außerdem seien Details wie der Schattenwurf exakt.

Auch die Kinderklinik auf der Bult, die in den Forderungen des Briefes vorkommt, äußerte sich am späten Nachmittag gegenüber der HAZ: „Man darf nicht vergessen, dass es sich hier um Diebstahl und Erpressung handelt", sagte Björn-Oliver Bönsch, Sprecher der Kinderklinik. "Bahlsen hat schon viel für unser Haus getan - dazu müssen sie nicht so aufgefordert werden."

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Unbekannte Diebe haben in Hannover das Wahrzeichen der Firma Bahlsen gestohlen.

Also bleiben nur noch folgende Fragen offen:

  • Ist der Keks der echte Keks?
  • Warum sieht das Krümelmonster aus wie Kermit, der zu lang die Luft angehalten hat?
  • Hat Krümelkermit abgebissen?
  • Und worüber spricht die Stadt morgen?

se/tm/med

Der Artikel wurde aktualisiert.

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