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Aus der Stadt Uni forscht an militärisch relevanten Projekten
Hannover Aus der Stadt Uni forscht an militärisch relevanten Projekten
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00:16 14.04.2016
Quelle: Frank Wilde (Symbolbild)
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Hannover

Auftraggeber für die Projekte an der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik sind die Wehrtechnischen Dienststellen des Bundes. Wissenschaftler der Leibniz-Uni beschäftigen sich damit, wie die Bauteile für Roboter strahlungsresistenter werden, damit die Maschinen möglichst lange in einer strahlenbelasteten Umgebung Aufträge ausführen können. In der Laufzeit von 2015 bis 2017 fließen dafür 220.000 Euro. Besonders umfangreich sind die Arbeiten an einem Radar, das auch bei schlechtem Wetter oder Nacht scharfe Luftaufnahmen liefert. Dafür gibt es in verschiedenen Projektabschnitten, von denen zwei aktuell laufen, von 2014 bis 2017 rund 3,3 Millionen Euro. Ein weiteres Vorhaben dient der Weiterentwicklung von Echtzeit-Softwaresystemen. Die Ergebnisse sind breit anwendbar, sowohl zivil wie militärisch.

Die niedersächsischen Hochschulen haben zum Stichtag am 31. März erstmals Daten zu ihren aktuell mehr als 7500 Drittmittelprojekten online veröffentlicht, davon landesweit insgesamt sechs Vorhaben mit militärischer Relevanz. Zu den Geldgebern gehören Unternehmen, öffentliche Auftraggeber und Stiftungen. Für Laien sind viele Informationen allerdings schwer handhabbar. So hat die Leibniz-Uni pauschal bei allen 267 Projekten aus der Industrie Daten verschlüsselt, ohne im Einzelfall zu prüfen, ob der Auftraggeber aus Wettbewerbsgründen überhaupt Wert darauf legt. „Das ist ein Punkt, den wir gemeinsam weiterentwickeln müssen“, sagt Wissenschaftministerin Gabriele Heinen-Kljajic.

Insgesamt gibt es an der Leibniz-Uni rund 1260 aus Drittmitteln finanzierte Forschungsvorhaben. Im Jahr 2014 flossen dafür 108,8 Millionen Euro. Die Projekte der Wehrtechnischen Dienststellen machen im Jahr weniger als ein Prozent des Drittmittelertrags aus. Der Asta der Leibniz-Uni argwöhnt jedoch, dass weitere Forschungsprojekte zivil und militärisch nutzbar sind.

Kritik an Uni Osnabrück

Kritisch beurteilt die Ministerin ein Projekt an der Universität Osnabrück für das US-Militär. Dabei geht es um eine stärkere Verschränkung der Wahrnehmung von Soldaten mit Maschinen zur Kriegsführung. „Es ist ein Unterschied, ob eine Hochschule für die vom Bundestag kontrollierte Bundeswehr forscht oder für ausländisches Militär und wir keinerlei Einfluss haben, was mit den Ergebnissen passiert.“ Die Ethikkommission der Uni hatte dies kontrovers diskutiert, aber schließlich als Grundlagenforschung eingeordnet. Verbieten können Ethikkommissionen die Forschung nicht, wohl aber einen Stopp empfehlen.

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