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Aus der Stadt Toter ist Bernd M. aus Herrenhausen
Hannover Aus der Stadt Toter ist Bernd M. aus Herrenhausen
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13:59 08.08.2015
Die Polizei hat die im Mittellandkanal gefundene Leiche identifiziert. Quelle: Elsner
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Hannover

Es ist ein erster Fahndungserfolg für die Polizei bei den Ermittlungen zu der zerstückelten Leiche aus dem Mittellandkanal: Die Beamten konnten den Montag entdeckten Toten inzwischen anhand der DNA als den 70-jährigen Bernd M. aus Herrenhausen identifizieren. Er war zuletzt am 29. Juli zwischen 16 und 17 Uhr von seinem Nachbarn in der Haltenhoffstraße gesehen worden.

Zwei Tage später meldetet sich ein 43-jähriger Bekannter des Opfers bei der Polizei. Er machte sich Sorgen um Bernd M., weil er mit ihm zum Einkaufen verabredet gewesen war, den 70-Jährigen aber nicht in seiner Wohnung antreffen konnte. Die Polizei sah in dem Appartement in dem Mehrfamilienhaus nach. Dabei stellte sie fest, dass der silberne Peugeot mit dem Kennzeichen H-EZ 113 des Mannes fehlte. Darüber hinaus deutete nichts darauf hin, dass der Senior seine Wohnung gegen seinen Willen verlassen hatte. Aus diesem Grund sah die Polizei damals davon ab, weitere Schritte einzuleiten. Auch einem 69-jährigen Bekannten des Opfers bereitete der Umstand, Bernd M. seit ein paar Tagen nicht gesehen zu haben, zunächst keinerlei Kopfzerbrechen: „Ich habe gedacht, er ist in seinem Schrebergarten in Vinnhorst.“

Polizei veröffentlicht Fotos von Gegenständen

Nach der Bergung der Leichenteile am Montagmittag gingen die Ermittler auch alle Vermisstenanzeigen der vergangenen Tage und Wochen durch. Dabei stießen sie auch auf den 70-Jährigen. Aus der Herrenhäuser Wohnung des Seniors besorgten sie sich DNA-Material, ließen es in den Laboren des niedersächsischen Landeskriminalamts mit dem Erbgut vergleichen, das von den Leichenteilen stammte, und erzielten eine 100-prozentige Übereinstimmung.

Am Freitag durchsuchten Beamte der Spurensicherung die Hochparterrewohnung des 70-Jährigen in Herrenhausen. Zeitgleich veröffentlichte die Polizei zwei Fotos des Toten zusammen mit Bildern von Gegenständen, die in den Müllsäcken mit den Leichenteilen im Mittellandkanal gefunden worden waren. Dabei handelt es sich um einen tragbaren CD-Spieler der Marke DIK und eine selbst gebrannte und handbeschriftete CD mit Musik der Schlagersängerin Andrea Berg. Zudem stellte die Polizei ein Bild eines silbernen Peugeot 206cc ins Internet. Einen solchen Wagen, Baujahr 2002, hat Bernd M. gefahren. Das Fahrzeug konnte bislang nicht aufgefunden werden.

Die Polizei möchte wissen, wo sich Bernd M. seit dem Nachmittag des 29. Juli aufgehalten hat, ob er in Begleitung gewesen ist und wo sich der silberne Peugeot befindet. Zudem hoffen die Ermittler auf Zeugen, die die Handschrift auf der CD erkennen und Angaben zum CD-Player machen können. Hinweise werden unter Telefon (05 11) 1 09 55 55 gesammelt.

Bernd M. galt als unbescholtener Bürger, der in seinem Leben noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war. Seit seiner Scheidung lebte er allein in seiner Wohnung. M. soll drei Kinder haben, zu denen er den Kontakt abbrach. Er arbeitete offenbar lange Jahre bei der Stadtentwässerung. Einmal pro Woche ging er zum Skat spielen in eine Kneipe auf der Stöckener Straße. In letzter Zeit sollen ihm Herzprobleme zu schaffen gemacht haben, berichtet ein Bekannter. Zudem soll er zuckerkrank gewesen sein. Kopfzerbrechen bereitet den Ermittlern nach HAZ-Informationen der Umstand, dass in der Wohnung, in die offensichtlich nicht eingebrochen wurde, zwar die Medikamente für die Herzerkrankung fehlten, nicht aber das Insulin.

Die Polizei sucht weiter nach dem Tatort, an dem der 70-Jährige ums Leben kam – und nach der Stelle, an der die Leiche zerteilt wurde. Zudem fehlen Teile der Leiche, die Spuren von stumpfer Gewalteinwirkung und Abwehrverletzungen aufwies. Eine Suche am Donnerstagabend im Kanal blieb erfolglos.

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