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Aus der Stadt Hier sollen Leichtbauhallen für Flüchtlinge hin
Hannover Aus der Stadt Hier sollen Leichtbauhallen für Flüchtlinge hin
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00:15 28.01.2016
Von Andreas Schinkel
Hallen in Leichtbauweise – ähnlich wie diese – sollen an fünf Standorten in Hannover entstehen. Quelle: dpa
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Hannover

Es sind auf den ersten Blick nur Zahlen, aber dahinter verbergen sich individuelle Schicksale. 6000 Flüchtlinge muss Hannover allein bis Ende März unterbringen, wenn das Land Niedersachsen seine Zuteilungsquote voll ausschöpft. Nach Informationen der HAZ geht man im Rathaus davon aus, dass bis zum Ende des Jahres weitere 6000 Flüchtlinge zu erwarten sind. Menschenwürdig sollen die Flüchtlinge wohnen, nicht in Massenunterkünften, sondern in Wohnungen, Wohngemeinschaften und Heimen mit nicht mehr als 50 Plätzen. So steht es jedenfalls in den von SPD und Grünen beschlossenen Richtlinien für die Unterbringung von Asylsuchenden.

Die Vorgaben sind erst drei Jahre alt und wirken doch wie aus der Zeit gefallen. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, die die Stadt beherbergt, leben in Notunterkünften. Sie wohnen oft zu Hunderten unter einem Dach in Häusern, die abrissreif sind. „Von den Richtlinien für Gemeinschaftsunterkünfte müssen wir abrücken“, sagt Grünen-Fraktionschefin Freya Markowis.

Jetzt legt die Stadt einen neuen Vorschlag für die Unterbringung auf den Tisch. Leichtbauhallen, errichtet an fünf Standorten, sollen Platz für 2000 Flüchtlinge schaffen. Die Hallen erinnern an Gebäude, in denen üblicherweise Baumärkte residieren. Sie sind innerhalb von zwei bis drei Wochen aufgebaut und sollen wind- und wetterfest sein.

Ausgelegt mit Industrieparkett schaffen sie eine einigermaßen wohnliche Atmosphäre. Trennwände teilen den weiten Raum in Parzellen auf. Über Kosten will die Stadt nicht sprechen, denn es sei noch nicht ausgemacht, ob die Bauten gekauft oder gemietet werden. Nach Informationen der HAZ kostet eine Halle etwa 100 000 Euro. Hinzu kommen Container für Sanitäranlagen. Schon im Sommer sollen die Quartiere stehen.

Die Hallen-Standorte befinden sich in Hainholz, Groß Buchholz, Anderten, Lahe und gegenüber dem Möbelhaus Ikea auf dem Expo-Gelände. Die Bezirksbürgermeister hat die Stadt informiert. Widerstand könnte sich gegen den Standort in Lahe regen. In der Nähe gibt es eine Container-Unterkunft für Obdachlose, in der zumeist Roma-Familien leben. Die Anlage macht einen heruntergekommenen Eindruck, Bezirksrat und Rot-Grün im Rat fordern sein Monaten, dass die Wohnanlage erneuert wird. „Es kann nicht sein, dass nebenan noch eine Flüchtlingsunterkunft entsteht“, heißt es hinter vorgehaltener Hand in der Ratspolitik.

Im Rat gibt es Zustimmung

Grundsätzlich trifft die Leichtbauhallen-Idee in der Ratspolitik auf Zustimmung. „Die Menschen bekommen ein festes Dach über den Kopf, anders als bei Zelten“, sagt SPD-Fraktionschefin Christine Kastning. „Dann müssen wir weniger Turnhallen belegen“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Sein Kollege von der FDP, Wilfried Engelke, ist erfreut, dass in den Hallen jeweils nur 40 Personen unterkommen. „Ein Vorteil ist, dass die Bauten später schnell entfernt und verkauft werden können“, sagt Linken-Fraktionschef Oliver Förste. Die rechtskonservativen „Hannoveraner“ fordern, eine Halle nur für Frauen, Kinder und „christliche Flüchtlinge“ zu reservieren. Die Grünen weisen daraufhin, dass die Sanitär-Container nicht zu weit von den Wohnräumen entfernt stehen dürfen.

Massenunterkünfte sind die Leichtbauhallen dennoch. Offiziell macht die Stadt keine Angaben zur Verteilung der Flüchtlinge auf die fünf Standorte. Dies hänge vom Zuschnitt der Flächen ab und werde derzeit geprüft, heißt es. Im Durchschnitt dürften an einem Standort zehn Hallen für insgesamt 400 Bewohnern errichtet werden.

Die städtische Immobilientochter GBH beschreitet einen anderen Weg. Nach Informationen der HAZ plant sie den Bau von mehrstöckigen Wohnhäusern für Flüchtlinge an sieben Standorten. Damit können zwar nicht Massen aufgefangen werden, doch neue Wohnungen sind jetzt unerlässlich.

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