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Leitfaden für mehrsprachige Andachten vorgestellt

Beten wie Jesus Leitfaden für mehrsprachige Andachten vorgestellt

Es sind die berühmtesten Worte Jesu, und in genau dieser Sprache hat er sie einst gesprochen: „Abun dbaschmajo ...“, betet Moses Tan von der Syrisch-orthodoxen Gemeinde. Der Mann, dessen Familie nach Deutschland fliehen musste, rezitiert das Vaterunser auf Aramäisch. Er ist einer der wenigen Menschen, die diese Sprache noch sprechen.

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„Ein Segen für uns alle“: Bischof Norbert Trelle (l.) und Landesbischof Ralf Meister mit dem neuen Buch.

Quelle: Benne

Hannover. „Im Nahen Osten ist die christliche Kultur inzwischen fast ausgerottet“, sagt Tan: „Viele Flüchtlinge müssen in Deutschland wieder bei Null anfangen.“Tan hält ein Buch in der Hand, das christlichen Flüchtlingen nun beim Neubeginn helfen soll. In dem Band steht auch das aramäische Gebet. „Du bist der Gott meiner Stärke“, herausgegeben vom katholischen Bistum Hildesheim, der evangelischen Landeskirche sowie der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, enthält Gebete, Lieder und Bibeltexte in fünf Sprachen, darunter Englisch, Französisch und Arabisch. In dieser Form ist das Büchlein bundesweit einzigartig. Es ist ein Leitfaden für Kirchengemeinden, die gemeinsam mit Flüchtlingen mehrsprachige Gottesdienste gestalten wollen.


„Die Nachfrage ist groß“, sagt Norbert Trelle, katholischer Bischof von Hildesheim. Bislang sind 8000 Exemplare gedruckt, die Gemeinden kostenlos anfordern können. Das Buch solle Flüchtlingen Mut machen: „In der Fremde ist die Verwurzelung im Glauben für viele eine Stütze“, sagt Trelle. Landesbischof Ralf Meister möchte mittels der vielsprachigen Publikation Glaubensgeschwister unterschiedlicher Herkunft miteinander in Kontakt bringen: „Wir sprechen verschiedene Sprachen, doch es gibt ein inneres Geheimnis, das uns verbindet“, sagte er bei der Vorstellung des Bandes in seiner Bischofskanzlei.

Die Publikation enthält auch Adressen orthodoxer und orientalischer Kirchengemeinden in Niedersachsen: „Dieses Buch ist ein Segen für uns alle“, sagt Michel Youssif von der Arabisch-Deutschen Evangelischen Gemeinde in Hannover. Im Jahr 2015 waren 13,8 Prozent der Flüchtlinge, die nach Deutschland kamen, Christen. Im Jahr davor waren es 25 Prozent. Die meisten Flüchtlinge sind Muslime. Doch auf die Bekehrung Andersgläubiger ziele das Buch nicht ab, betonen die Bischöfe: „Es ist keine missionarische Programmschrift“, sagt Meister, „sondern Ausdruck der christlichen Willkommenskultur.“

In der katholischen Kirche hätten bislang ohnehin nur vereinzelt andersgläubige Flüchtlinge um die Taufe gebeten, sagt Trelle. Diese müssten zunächst an einer etwa einjährigen Vorbereitung teilnehmen. Die evangelische Kirche hingegen verzeichnet seit einigen Jahren immer mehr Anfragen von Iranern und Afghanen: „Es gibt zunehmend Flüchtlinge, die sich mit dem Wunsch melden, getauft zu werden“, sagt Meister. Eine genaue Statistik gibt es jedoch nicht.

Zuletzt hatten Berichte für Wirbel gesorgt, nach denen christliche Flüchtlinge in Unterkünften von Muslimen drangsaliert würden. Nach Aussage von Meister und Trelle handele es sich dabei jedoch um Einzelfälle: „Diese gibt es immer wieder, doch es ist kein organisiertes Massenphänomen“, sagt Trelle. Moses Tan hingegen glaubt, dass viele Fälle gar nicht ans Licht kämen: „Ich kenne zahlreiche Flüchtlinge, die Angst haben, über Repressalien zu sprechen.“
„Du bist der Gott meiner Stärke“ kann unter (05 11) 1 24 11 49 beim Haus kirchlicher Dienste sowie beim Bistum Hildesheim unter (0 51 21) 30 73 01 bestellt werden.

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